Der will ja nur spielen

Ich mag ja Hunde. Wir haben selbst einen.
Aber der ist halbwegs gut erzogen.

Während andere einen Haufen Geld beim Hundeflüsterer lassen oder mit ihrem Pintscher sogar zum Hundepsychologen gehen, reicht es uns, daß unser Hund kommt, wenn wir ihn rufen, daß er sich hinlegt und liegen bleibt, wenn wir Platz rufen und daß er von jeglichem Tun sofort abläßt, wenn wir Nein rufen.
Also, so supergut erzogen muß für uns ein Hund nicht sein.

Aber, was ich manchmal so in den Kundenhaushalten erlebe, finde ich schon bemerkenswert.
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Die klassische Kaffeetasse stirbt

Die klassische Kaffeetasse mit Untertasse stirbt langsam aus, oder?

Beim Kaffeekränzchen von Tante Lina gibt es sie noch, die klassische kleine Kaffeetasse aus feinem Porzellan mit Untertasse.
Aber Tante Lina brüht ihren Kaffee ja auch noch von Hand auf und serviert ihn in einer Kaffeekanne.

Ansonsten scheint es mir so zu sein, als ob der Pappbecher auf dem Vormarsch ist.
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Tach, Herr Bofrost!

Die alte Dame ist ja wirklich niedlich. So eine nette Kundin! Ich mag die Frau und sie mag mich.
Aber egal, was ich mache, sie will sich meinen Nachnamen nicht merken oder findet ihre Vorgehensweise besser.
Auf jeden Fall bin ich seit dem ersten Tag für sie nur „Herr Bofrost“.

„Ach, Tach, Herr Bofrost! Heute brauch ich mal Spinat und Rotkohl.“

Und wenn ich die Frau mal anrufen muß, dann bräuchte ich gar nicht erst meinen Nachnamen zu sagen, sie fragt nämlich immer sofort: „Wer? Kenn ich nicht!“
Aber wenn ich dann sage „Hier ist Ihr Herr Bofrost“, dann ist sie glücklich.

Also bin ich halt eben der Herr Bofrost.

Langsam schmeckts wieder

Kaum war es Mitte September, da lagen auch schon die ersten Packungen mit Weihnachtsgebäck und – Süßigkeiten in den Läden.
Zuerst habe ich mich daran gestört, dann aber doch die erste Tüte Marzipankartoffeln in den Einkaufswagen gepackt.

Und, was soll ich sagen? Mittlerweile hatte ich auch schon Dominosteine, Lebkuchen und Spekulatius.
Alles sehr lecker.

Meine Frau meint ja, daß es einen harten Winter gibt, wenn ich früh anfange Weihnachtsleckereien zu essen.

Das erinnert mich an einen alten Witz.

Amrikanische Siedler überlegten, ob es wohl einen harten Winter geben würde. Sie beschlossen, einen alten Indianer zu fragen, der einsam hoch oben auf dem Berg lebte. Weiterlesen →

Beim Händewaschen bin ich empfindlich

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber wenn ich irgendetwas angefaßt habe, das in meinem Kopf als unsauber abgespeichert ist, habe ich das Bedürfnis, mir die Hände zu waschen.
Heute war ich in der Mittagszeit an einem Imbisswagen. Ich habe mich dort mit einem Kollegen getroffen und wir haben Currywurst und Pommes gegessen, ein Klassiker.

jarmoluk / Pixabay

Bei dem Imbisswagen handelt es sich um einen ganz normalen Anhänger mit Verkaufstheke, Kocheinrichtung und einer Spüle.
Als wir fertig gegessen hatten, sah ich, wie der Imbisswirt seinen Wagen verließ. Auf die Theke hatte er ein Schild „Komme gleich wieder“ gestellt.
Eine ganze Weile hielt sich der Mann in einem Dixie-Klo auf, das etwas abseits von seinem Imbisswagen stand.

gentle07 / Pixabay

Als er wieder rauskam, knöpfte er sich noch umständlich die Hose zu. Er hatte wohl ein größeres Werk vollbracht.
Dann ging er in seinen Imbisswagen zurück und begann Würste zu braten. Die faßte er natürlich mit seinen Händen an.
Ich sage zu meinem Kollegen: „Na, ob der sich die Hände gewaschen hat?“
Mein Kollege schüttelt den Kopf: „Nee, wann denn? Ich war vor zwei Wochen mal auf diesem Dixie-Klo, da gibt es kein Waschbecken. Ich bin dann drüben bei der Tankstelle nochmal Hände waschen gegangen.“

„Aber der hat sich doch jetzt die Hände nicht gewaschen.“

„Nee, hat er nicht. Der packt jetzt die Würstchen an, genau mit den Händen, mit denen er sich gerade den Allerwertesten…“

So eine Schweinerei!

Eins weiß ich ganz sicher: Da gehen mein Kollege und ich nie wieder was essen.
Sollte man so etwas melden? Was meint Ihr?

Die machen nicht auf

Ich habe einen Stadtteil im Bezirk, den will kein anderer Kollege fahren.
In diesem Stadtteil wohnen vorwiegend ältere Leute, darunter Witwen von Staatsanwälten, Richtern, Studienräten usw.
Bei meinen Kollegen ist die Tour als „kompliziert“ verschrien.

Ich komme dort ganz gut zurecht.
Es hat etwas mehr als ein Jahr gedauert und ich mußte viel reden, aber danach kannten mich die Kunden und Kundinnen und seitdem komme ich dort klar.
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Ein Paket für Olbertson

Ich finde das eine supernette Geschichte.

SGENET / Pixabay

In einer Straße meines Gebiets wohnt Herr Olbertson. Der ist noch gar nicht so alt. Aber nach einem Treppensturz sitzt er querschnittsgelähmt im Rollstuhl.
Und da er von zu Hause aus arbeitet, ist er natürlich auch immer da, wenn die ganzen Paketboten kommen.
Ob DHL, DPD, UPS oder Hermes, Herr Olbertson nimmt für alle berufstätigen Nachbarn die Pakete an.
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Leute! Macht sowas nicht mit mir!

Ich habe die Fahrertür nur kurz offen stehen gelassen…
…nur ganz kurz.

Dann war ich wieder bei der Kundin, und 5 Minuten später fuhr ich weiter. Ich war gerade konzentriert und mußte höllisch aufpassen, weil es am Eingang zum Industriegebiet diese doofe Dauerbaustelle gibt.

Und genau in dem Moment -ich denke an nichts Böses- springt mir doch tatsächlich eine Katze auf den Schoß!

KREISCH!

Es war die Minka, die Katze der Kundin, bei der ich eben war. Die muss sich in dem kurzen Moment ins Auto geschlichen und im Fußraum der Beifahrerseite versteckt haben.

Menno! Meine Nerven!

Hab die Katze wieder zurückgebracht.

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