Rosenmontag

Ich bin, ehrlich gesagt, sehr froh, dass bei uns in der Gegend der Rosenmontag keine so große Rolle spielt.
Umzüge mit Fußgruppen und geschmückten Wagen gibt es hier immer am Sonntag. Und närrisches Treiben gibt es dann noch einmal am Dienstagnachmittag.
So wie unser Chef derzeit drauf ist, passt das ganz gut.
Der würde uns nämlich auch fahren lassen, wenn heute überall Umzüge wären.

Und das würde bedeuten, dass Du ständig vor gesperrten Straßen stehst und die Ware kilometerweit tragen musst.
Aber so, wie es jetzt ist, ist es gut.

Heute fahren wir alle ganz normal raus und für morgen Nachmittag haben wir in der Niederlassung gekämpft. Da geht keiner von uns auf Tour.
Denn viele Geschäfte haben morgen Nachmittag geschlossen und sehr viele Leute sind unterwegs. Da würde man sowieso viele Kunden gar nicht antreffen.

Haltet bitte Abstand an Straßenecken

Die Parkplatzsituation in vielen Städten und Gemeinden ist katastrophal.
Straßen, gebaut vor 100 oder 200 Jahren, gerade breit genug für ein Pferdefuhrwerk, müssen heute für beidseitiges Parken und die Fahrbahn reichen.
Die Norm für Parkplätze wurde gemacht, als Autos im Schnitt noch 20 cm schmaler und 30 cm kürzer waren.
Nicht jeder fährt ja einen Smart. Viele Leute fahren SUVs, Vans oder andere Fahrzeuge, die größer sind.

Auch die großen Außenspiegel tragen deutlich dazu bei, daß die Fahrbahnen immer schmaler werden, weil die Spiegel weit in den Verkehrsraum ragen.

Wir Bofrost-Verkäufer können alle gut fahren und kommen auch noch in die engste Gasse.
Aber wenn sich andere Verkehrsteilnehmer ihre PKW zu eng oder zu nah an die Kreuzungen stellen, dann wird es eng.
Vorgeschrieben sind hier 5 Meter Abstand.

Man muss also 5 Meter von der nächsten Straßenecke wegbleiben, das ist in etwa 1 Fahrzeuglänge.

Wer das nicht einhält, der riskiert abgeschleppt zu werden.

Denn das zu nahe Parken an Einmündungen und Kreuzungen ist nicht ohne. Im Falle eines Brandes wird auch die Feuerwehr erhebliche Schwierigkeiten haben, mit ihren Fahrzeugen bis zum Brand vorzurücken. Dann müssen die im Weg stehenden Autos von der Feuerwehr beseitigt werden. Und dabei ist die Feuerwehr nicht unbedingt zimperlich. Außerdem winkt auch noch eine fette Anzeige. Einmal davon abgesehen, daß Menschenleben auf dem Spiel stehen.

Die Narren sind los

Altweiberfastnacht. An solchen Tagen bin ich froh, daß zu unserer Dienstkleidung kein Schlips gehört.
Unsere Chefs tragen meistens Krawatten, aber sie sind gewappnet. Entweder ziehen sie an diesem Tag ganz alte Krawatten an oder gar keine.

Gar keine, das finde ich jetzt doof. Denn die Frauen in unserer Niederlassung freuen sich ja auf diese närrische Gekegenheit. Wenn dann einer, der das ganze Jahr mit Schlips herumläuft, ohne Schlips in die Firma kommt, signalisiert er ja, dass er den Spaß nicht mitmachen will. Schnell hat man da den Ruf eines Spielverderbers inne.

Am Besten macht es der Niederlassungsleiter. Der sagte heute Morgen: „Ich bekomme zum Geburtstag und zu Weihnachten immer Krawatten geschenkt. Einige davon sind grottenhäßlich. Davon nehme ich 3 Stück an Altweiberfastnacht mit und zwar die häßlichsten. Und die binde ich mir dann nacheinander um und lasse sie mir herzlich gerne abschneiden. Die muß ich dann wenigstens nie wieder anziehen.“

Die besseren Side-by-Side-Kühlschränke

Gestern schrieb ich über riesige Side-by-Side-Kühlschränke.
Direkt danach fragte mich eine Leserin, welche Art von Kühlschränken ich denn empfehlen würde.

Besser sind solche Geräte hier:

Blomberg side-by-side

Bei diesem Blomberg-Gerät wurde auf den Eiswürfelspender verzichtet. Außerdem ist er horizontal unterteilt. Oben hat man einen doppeltürigen Kühlschrank mit massig Platz. Unten gibt es 4 riesige und 2 kleinere Gefrierschubladen und eine Einfrierablage.

Man sollte sich genau überlegen, ob man wirklich einen Eiswürfelspender benötigt. Einmal benötigt man oft einen Wasseranschluß in Kühlschranknähe, um ihn zu betreiben und zum anderen verbraucht die ständige Produktion von Eiswürfeln auch viel Energie. Abgesehen davon sind diese Eisspender reparaturanfällig und nehmen im Gerät viel Platz weg.
Außerdem, wie oft benötigt mn wirklich Eiswürfel?

Meine Methode für Eiswürfel: Ich kaufe eine Rolle mit abtrennbaren Eiswürfelfolienbeuteln. Die befüllt man mit Wasser und knotet sie zu. Nach ein paar Stunden habe ich schöne, ewig haltbare Eiswürfel. Die muß ich bei Bedarf nur schnell durch die Folie drücken.

Kostet so gut wie nix und nimmt keinen unnötigen Platz weg.

Wenig Stauraum trotz großem Kühlschrank

Ganz beliebt sind die großen Side-by-side-Kühlschränke.

Ich persönlich finde die auch toll.
Aber als Bofrost-Verkaufsfahrer sehe ich das mit gemischten Gefühlen. Denn viele dieser Riesenmonster bieten im TK-Teil kaum Platz.
Das Abteil zum Kühlen ist groß. Hier findet weitaus mehr Platz, als in herkömmlichen Kühlschränken.
Aber der Teil, in dem tiefgekühlte Produkte gelagert werden, der ist oft sehr klein.

Wie kommt das, werden Sie sich fragen.
Nun, die Tür des TK-Abteils ist zwar riesig, aber wenn man sie aufmacht, ist bei vielen Modellen kaum Platz dahinter.
Im unteren oder oberen Teil geht viel Raum verloren, weil dort die Kompressoren sitzen.
Außerdem sind in der Tür Eiswürfelspender, Eiswasserspender und die Ablage für die produzierten Eiswürfel integriert.
Diese Apparate ragen weit in den Raum des TK-Schranks hinein, sodaß hier keine Ware untergebracht werden kann.

Side-by-side-Kühlschrank von AEG

Auf dem obigen Bild sieht man deutlich, was ich meine. Der Hersteller zeigt auf diesem Bild, daß im linken Abteil oben mehr als ein ganzes Fach für die Technik verlorengeht. In der Tür befindet sich der Eiswürfelspender, der weit in den Gefrierraum ragt. Man zeiugt auf dem Bild das TK-Abteil mit ganz wenig Inhalt, damit der Betrachter den Eindruck von Leere und viel Raum bekommt. Tatsächlich ist das aber insgesamt ein nur ganz winziger Raum.

Funkgeräte an Bord?

Leserfrage:

„Sag mal, habt ihr eigentlich Funk an Bord Eurer Küklwagen? Das wäre doch zeitgemäß und modern. So könnte man Euch doch jederzeit erreichen.“

Nein.

Wir haben alle Handys. Privathandys und Diensthandys und wir nutzen Freisprecheinrichtungen. Ich persönlich habe so ein blinkendes Teil am Ohr. Das sieht zwar nicht besonders gut aus, aber ich habe die Hände frei und riskiere keine Strafe, wenn ich mal ausnahmsweise während der Fahrt telefonieren muss.

So bin ich immer erreichbar.

Wichtiger als die ständige Erreichbarkeit durch die Niederlassung ist ja die Erreichbarkeit durch die Kundinnen und Kunden.
Da würde ein Funkgerät gar nichts helfen.

Fährt Bofrost jetzt auch Döner?

Bei uns fährt ein Bofrostwagen herum, der Döner liefert. Der Fahrer ist ein Türke und ich sehe immer wieder, dass er die Dönerbuden hier mit großen Dönerspießen beliefert. Neues Zusatzgeschäft?

Wenn die Lebenszeit eines Bofrost-Kühlwagens abgelaufen ist, werden die Autos verkauft. Die Niederlassungen achten normalerweise streng darauf, dass der Händler, der die Fahrzeuge aufkauft, sämtliche Werbung und Aufschriften von Bofrost entfernt. Manchmal löuft das aber nicht so, wie Bofrost sich das wünscht.
Dann gurken heruntergekommene uralte Bofrost-Fahrzeuge mit einer teilweise noch vorhandenen Beschriftung im Dienste anderer Lieferanten herum.

Natürlich sind die Fahrzeuge wegen ihrer passiven Kühltechnik sehr beliebt und auch für alle möglichen anderen Zwecke geeignet.
Bofrost hat auch nichts dagegen, daß andere Firmen die Fahrzeuge noch ein paar Jahre nutzen.
Es ist aber durchaus nicht im Sinne des Unternehmens, daß noch Beschriftungen zu erkennen sind.

In diesem Fall hat die Niederlassung nicht genug aufgepasst. So hat dann wohl ein Dönerlieferant ein solches Auto gekauft und fährt mit z.T. noch erkennbarer Bofrost-Beschriftung herum.

Was hat dieses Vieh für Haare?

Als Bofrost-Verkaufsfahrerin oder -fahrer kommst Du auch immer mal wieder in Haushalte, in denen es Hunde oder Katzen gibt.
Ich habe für solche Zwecke immer ein paar Leckerlies in der Hosentasche.
Das wissen vor allem die Hunde auch. Katzen sind ja eher etwas zurückhaltender.

Anschließend im Auto reinige ich mir immer die Hände mit Handdesinfektionstüchern. Tiere anfassen und dann Lebensmittel, auch wenn sie verpackt sind, das geht gar nicht.

Heute war ich bei Frau S. Sie hat seit neuestem einen Spitz.
Spitze sieht man ja so gut wie gar nicht mehr. Diese Rasse ist wohl aus der Mode gekommen.

Aber der ist mir um die Beine gegangen und hat mich gleich in sein Herz geschlossen. Ist ja bei Spitzen auch nicht so selbstverständlich.

Anschließend hatte ich aber meine liebe Müh‘, die weißen Haare wieder von meinen Hosenbeinen zu bekommen. Normalerweise geht das supergut. Ich habe so eine Gummibürste im Wagen.
Aber diese Haare von diesem Spitz gingen weder mit den Händen, noch mit der Gummibürste ab.

Was haben Spitze für Haare? mit Widerhaken?

Räum ordentlich ein, Du Haderlump!

Ich verwende das Wort Haderlump nicht. Normalerweise nicht. Es kommt wohl aus dem Bayerischen, oder?
Es fiel mir nur spontan ein, als ich gestern Morgen den Wagen übernahm, der mir nun nach dem Urlaub zugeteilt worden ist.
Man kann sich nicht vorstellen, wie der Kollege, der ihn vorher hatte, eingeräumt hat.

Es gibt ja Spielregeln für die Beladung und das Einsortieren. Die Ladeordnung besagt, wo was in etwa zu liegen hat. Normalerweise müsste jeder Bofrostmann sich an jedem Bofrostwagen blind zurechtfinden.
Soweit die graue Theorie.

In der Realität räumt sich jeder seinen Wagen so ein, wie er es gewohnt ist und für richtig hält. Das ist ja auch in ordnung so, wenn einzelne Sachen mal woanders liegen.
Aber in diesem Fall: Alles durcheinander. Pizza an 6 verschiedenen Stellen!

Da habe ich ihm scherzeshalber „Du Haderlump!“ zugerufen.

Er war auch nicht böse.

Aber was bedeutet Haderlump eigentlich. Darüber hatte ich mir den ganzen Tag Gedanken gemacht.

In Wikipedia steht es:

Weiterlesen →

Sagrotan

Das habe ich jetzt so auch noch nicht gehört.
Ich war heute bei einer Kundin, die die von mir gelieferte Ware selbst in die Gefrierfächer einräumte.
Jetzt klappte das bei einem Fach nicht so richtig.
Die Frau fing an zu fluchen. Jetzt kenne ich zum Beispiel „verflixt und zugenäht“ oder „Sakrament noch einmal“.

Aber die Frau fluchte: „Sagrotan, noch einmal und zugenäht!“

Wie gesagt, das hatte ich so auch noch nie gehört.

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