Billig kann nicht gut sein

Ich muß mich noch mal zu dem Thema Lebensmittelskandale zu Wort melden.
Tagtäglich sprechen mich die Kunden und überhaupt alle möglichen Leute darauf an, die Menschen reden einfach drüber, das Thema bewegt sie.

Was hatten wir nicht schon alles? Würmer in den Heringen, Acyrlamid in Chips, BSE im Rindfleisch, Schweinepest in den Koteletts, Salmonellen in Eiern, zerhackte Küken in den Nudeln, ja und jetzt eben Seepferdchen in der Lasagne, Schimmel in den Pilzen und vergammelte Rosinen.

Wir Bofrost-Männer wissen das, denn manchmal kommt es vor, daß wir auf die höheren Preise für unsere Waren angesprochen werden. Das Argument lautet dann oft: „Das bekomme ich aber im Supermarkt billiger.“
Klar, stimmt, ist so. Man bekommt diese Art von Ware immer anderswo billiger. Man bekommt Winterreifen von Dunlop für 150 Euro und welche von Xing-Huwatong aus China für 49 Euro.
Frage: Mit welchen würden Sie auf Eis und Schnee lieber unterwegs sein?

Man bekommt irgendein Hackfleischprodukt, sagen wir Königsberger Klopse, sicherlich für irgendwas um 1,99 pro Dose.
Bei uns kostet das Kilo 7,94.
Man rechne doch von den 1,99 bloß mal den Anteil für Verpackung und Transport ab, der Supermarkt will ja auch noch was verdienen und der Hersteller muß von dem Rest die ganzen enthaltenen Zutaten und natürlich die üppige Fernsehwerbung usw. bezahlen.
Was bleibt dann für die Klopse übrig? Sind es 29 Cent oder gar 31 Cent?

Mal ehrlich: Was soll denn in den Klopsen für ein Fleisch enthalten sein? Bestes Schweinefilet von freifliegenden Glücksschweinen?

Oder nehmen Sie irgendeinen beliebigen Suppeneintopf und rechnen Sie mal grob, für wie wenig Geld Sie einen schönen bunten Eintopf selbst kochen könnten. Hoppla…, Sie werden feststellen, daß das Selbstkochen gar nicht so billig ist. Die Dose ist da wahrscheinlich günstiger.
Aber um welchen Preis? Was muß man da alles zu sich nehmen, um diesen Preis rechtfertigen zu können?

Da sagen wir Bofrostmänner und -frauen lieber: Wir haben Premiumprodukte.
Und das sagen wir aus Überzeugung. Unser Zeug ist einfach besser.

Das hat etwas damit zu tun, welche Lieferanten man sich aussucht, das hat etwas damit zu tun, wie fair man mit seinen Lieferanten umgeht und das hat etwas damit zu tun, wie wichtig einem die Qualität ist.
natürlich muß auch Bofrost auf den Preis achten und scharf kalkulieren. Daraus ergibt sich ein immer wieder neues Tauziehen zwischen der Firma und den Lieferanten.
Aber Bofrost geht eben nicht so weit und nutzt seine Marktmacht aus, um den allerbilligsten Preis zu diktieren, sondern wenn ein Produkt nicht zu einem vertretbaren Preis angeboten werden kann, dann muß entweder der Kunde vom höheren Preis überzeugt werden oder das Produkt fliegt raus.
Genau das Gleiche passiert, wenn ein Lieferant Abstriche an der Qualität macht. Das haben wir oft genug erlebt, daß dann auch ein beliebtes Produkt schnell aus dem Sortiment fliegen kann.

Die Qualität, das ist ein Versprechen, dafür reiße ich mir den A* auf und vermittle das meinen Kunden. Dafür lege ich die Hand ins Feuer.

Ich tue ja auch noch mehr. Ich koche und esse alles was von „meiner“ Firma kommt und berichte hier darüber.
Meist ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks, wenn ich da mal ein einzelnes Produkt verreiße. Aber an der Qualität oder der Wertigkeit der Zutaten, da hat es noch nie gemangelt.

14 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. You get what you pay for.
    Oder so ähnlich. Willste billig kriegste billig. Wir Deutschen haben doch angeblich die billigsten Lebensmittelpreise (beim Discounter u. ä.) In Europa. Da darf man sich nicht wundern.
    PS. „Mal ehrlich: Was soll denn in den Klopsen für ein Fleisch enthalten sein? Bestes Schweinefilet von freifliegenden Glücksschweinen?“
    Spruch des Tages. Vielen Dank dafür. Und deine klaren Worte. Superblog.

  2. Ich würde gerne mehr für Nahrungsmittel zahlen, wenn ich wüsste, dass ich dann auch tatsächlich eine bessere Qualität erhalte.

    Wenn ich bei Lidl oder Penny aus der Backstation ein Brötchen für 13 Cent kaufe, weiß ich, dass das ein Brötchen aus einem industriell hergestellten Teigrohling ist. Wenn ich beim Bäcker um die Ecke ein Brötchen für 30 Cent kaufe, bekomme ich allerdings mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein vergleichbares Brötchen – und zwar zum dreifachen Preis. Das konnte man erst kürzlich in einer Reportage sehen … kleine Bäckereibetriebe, die mit TK-Teigrohlingen aus riesigen Fabriken beliefert werden (mit LKW ohne Beschriftung … damit der doofe Kunde das nicht merkt).

    Fazit: Ein hoher Preis alleine sagt nichts aus über hohe Qualität.

    Woher soll ich wissen, dass das bei Bofrost anders ist?

    Eine echte Garantie, dass hoher Preis gleichbedeutend mit hoher Qualität ist, hat der Kunde leider nur, wenn er die Erzeugung des Produktes unmittelbar nachvollziehen kann (bspw. durch Kauf beim örtlichen Bio-Bauern).

    Wenn ich aber geringe Qualität kaufe, dann doch lieber für wenig als für viel Geld …

  3. Da hast Du in vielerlei Hinsicht durchaus Recht.
    Mich ärgert das auch, daß sich vor allem die Bäcker und Metzger oft auf ihre Handwerkstradition und das Handgemachte berufen und dann in den Regalen doch nur Fabrikware liegt.

    Den Beitrag über die Teigrohlinge habe ich übrigens auch gesehen.

    Aber genau das ist es, was ich meinen Lesern immer wieder verdeutliche:
    Bei Bofrost ist das die Firmenphilosophie eines Familienunternehmens, nämlich die beste Qualität zu einem vertretbaren Preis zu liefern.
    Ich betone das mit dem Familienunternehmen deshalb, weil in solchen Unternehmen in Generationen gedacht und geplant wird und nicht mit Blick auf den schnellen Managerbonus und kurzfristige Aktiengewinne.

    Wenn man europaweit X-Millionen Kunden beliefert, kann man es sich schlicht und ergreifend als Premium-Lieferant nicht leisten, da Schrott zu liefern.
    Zwar ist Bofrost Marktführer, und das mit unglaublichem Abstand, aber es gibt eben doch Mitbewerber und es gibt kritische Kunden, die Tag für Tag ein neuer Ansporn sind, das Beste zu liefern.

    Dafür gibt Bofrost sein Qualitätsversprechen. Im Gegenzug hat der Kunde die Möglichkeit direkt über die Verkaufsfahrer, die Servicehotline und per E-Mail auf das Unternehmen einzuwirken und für Ware, die ihm mal nicht gefällt oder die ihm nicht schmeckt, sein Geld zurück zu bekommen.

    Dadurch hat das Unternehmen ein großes Vertrauen seitens seiner Kundschaft über Jahrzehnte erarbeitet und dieses Vertrauen wird Bofrost nicht leichtfertig enttäuschen.

    Ob man nun diesem Qualitätsversprechen glaubt oder nicht, na das ist ja wohl auch eine Frage der persönlichen Einstellung. Mehr als unsere Kunden durch die Qualität zu überzeugen, können wir auch nicht.
    Wenn er dann immer noch nicht glaubt, daß es gut ist, dann können wir da auch nichts mehr dran machen.

    Leider ist es so, daß es Leute gibt, die wirklich überall einen Räuber hinter dem Baum sehen und bei jeder Firma Bösartigkeit vermutet.
    Solchen Menschen ist leider nicht zu helfen, die müssen dann tatsächlich ihre Milch gleich aus dem Euter trinken.

  4. Aufpassen dass die Kuh dann aber nicht gefälscht ist.

  5. Ich würde mir wünschen, dass bofrost noch ein bisschen mehr Meta-Informationen auf die Packung schreibt. Beispiel Hähnchen-Brustfiletstücke (00329): Mein Verkaufsfahrer konnte mir nicht sagen, was das für Fleisch ist (Land, Haltungsform). Die bofrost-Hotline konnte es mir auch nicht sagen, wollte mich aber zurückrufen. Würden so fundamentale Angaben direkt auf der Packung stehen, wüsste ich es schon längst. Jetzt weiß ich es immer noch nicht, da mich niemand zurückgerufen hat.

    So ein paar mehr Informationen bereits auf der Packung würden das Qualitätsversprechen meiner Meinung doch deutlich transparenter gestalten. Klar, ich kann jedes Mal die Hotline anrufen und hoffen, dass mir weitergeholfen wird. Bei Obst und Gemüse ist die geschmackliche Überlegenheit offensichtlich.
    Aber kann nicht einfach schon auf der Packung stehen, warum ich beim Metzger um die Ecke für 15€ ein Kilogramm Neuland-Hähnchenbrustfilet erhalte und bei bofrost 17€ für ein Kilo (zerkleinertes und gegartes) zahle?

  6. Man müsste da Essen abonnieren können, ich nehme eh immer das selbe.

  7. Vielleicht ist da bei Bofrost deshalb etwas teurer WEIL es zerkleinert und gegart und zubereitet ist?
    Wäre doch denkbar, oder?

  8. Dass zerkleinert und zubereitet mehr kostet, ist mir klar. Aber es kostet mehr als Neuland-Hähnchenbrustfilet. Ist das von bofrost denn auch Neuland-Hähnchen oder etwas vergleichbares?

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