Body Mass Index BMI

Body Mass Index

Der Body Mass Index ist ein Maß für das Verhältnis von Körpergröße und Körpergewicht.

Errechnet wird der BMI aus dem Gewicht in Kilogramm, dividiert durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.

Das Ergebnis fällt dann in eine der folgenden Kategorien:

Body Mass Index Kategorie
< 16 Stark untergewichtig
16–18,5 Untergewichtig
18,5–25 Normalgewicht
25–30 Übergewicht
30–35 Leichte Fettsucht
35–40 Gesundheitlich sehr bedenkliche Fettleibigkeit
> 40 Schwerste Fettsucht

Weitere Hinweise zum BMI:

Body-Mass-Index

Der Body-Mass-Index (BMI [ˈbɒdi mæs ˈɪndɛks]) – auch Körpermasseindex (KMI), Körpermassenzahl (KMZ) oder Quetelet-Kaup-Index – ist eine Maßzahl für die Bewertung des Körpergewichts eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße. Sie wurde 1870 von Adolphe Quetelet entwickelt.

Der BMI bezieht das Körpergewicht (physikalisch korrekt: Körpermasse) auf die Körperoberfläche, die näherungsweise aus dem Quadrat der Körpergröße berechnet wird. Der BMI ist lediglich ein grober Richtwert, da er weder Statur und Geschlecht noch die individuelle Zusammensetzung der Körpermasse aus Fett- und Muskelgewebe eines Menschen berücksichtigt.

Berechnung
Der Body-Mass-Index wird folgendermaßen berechnet:

wobei m die Körpermasse (in Kilogramm) und l die Körpergröße (in Metern) angibt.

Interpretation des BMI
Werte von normalgewichtigen Personen liegen gemäß der Adipositas-Klassifikation der WHO zwischen 18,5 kg/m² und 24,99 kg/m², ab einer Körpermassenzahl von 30 kg/m² sind demnach übergewichtige Personen behandlungsbedürftig.

Gewichtsklassifikation bei Erwachsenen anhand des BMI:

Tabelle siehe oben

Alter und Geschlecht spielen bei der Interpretation des BMI eine wichtige Rolle. Männer haben in der Regel einen höheren Anteil von Muskelmasse an der Gesamtkörpermasse als Frauen. Deshalb sind die Unter- und Obergrenzen der BMI-Werteklassen bei Männern etwas höher als bei Frauen. So liegt das Normalgewicht bei Männern laut DGE im Intervall von 20 bis 25 kg/m², während es sich bei Frauen im Intervall von 19 bis 24 kg/m² befindet.

Für die Beurteilung eines Untergewichts wird auch der Broca-Index verwendet, etwa bei Magersucht. Die diagnostischen Kriterien der Magersucht sehen bei Erwachsenen einen BMI von ≤ 17,5 kg/m² vor, bei Kindern und Jugendlichen einen BMI unterhalb der 10. Alters-Perzentile.

Beispiele
Eine Frau ist 58 kg schwer und 1,70 m groß. Ihr BMI errechnet sich wie folgt: 58 kg / (1,7 m · 1,7 m) ≈ 20 kg/m² ⇒ Normalgewicht.
Ein Mann ist 87 kg schwer und 1,76 m groß. Sein BMI beträgt 87 kg / (1,76 m · 1,76 m) ≈ 28 kg/m² ⇒ Übergewicht.
Interpretation des BMI bei Kindern
Der BMI kann auch bei Kindern und Kleinkindern als Maß für die gesunde Entwicklung des Kindes verwendet werden. Der BMI wird nach derselben Formel wie der BMI von Erwachsenen errechnet, jedoch wird bei Kindern unter 25 Monaten die Länge im Liegen anstelle der Höhe im Stehen herangezogen. Diese kann um bis 0,7 cm länger sein als die Höhe im Stehen, daher weisen die BMI Normalwerte hier in den Tabellen einen charakteristischen Knick auf.[2] Der BMI des Kindes wird in Tabellen mit den Daten anderer Kinder desselben Alters verglichen. Die WHO gibt BMI–Tabellen für Jungen[3] und Mädchen[4] heraus. Als übergewichtig gilt ein Kind mit mehr als +1 Standardabweichung SD (entsprechend einem BMI von über 25 bei einem Erwachsenen), als adipös mit mehr als +2 SD (entsprechend einem BMI von über 30 bei einem Erwachsenen). Für Kinder unter fünf Jahren gibt es entsprechende Tabellen der WHO.[5][6]

Eine weitere Berechnungsmöglichkeit ist nach sogenannten Percentilekurven zu gehen, wobei der ideale BMI auf dem Durchschnitt der vorhandenen Werte liegt. Adipös ist das Kind, wenn es einen höheren BMI als 97 % (97. Altersperzentil) seiner Altersgenossen hat, untergewichtig, wenn nur 3 % (3. Altersperzentil) oder weniger einen niedrigeren BMI haben.

Das Problem dieser Berechnungsgrundlage ist, dass sich auch die Definition für Unterernährung verschieben würde, wenn sich der Ernährungszustand der Kinder in einer Gesellschaft insgesamt verändert, zum Beispiel durch eine Hungersnot viele Kinder unterernährt sind, oder es viele übergewichtige Kinder gibt. Wenn laut Definition immer genau 15 % aller Kinder übergewichtig sind, kann man zum Beispiel nicht zu der Aussage kommen, 25 % aller Kinder seien übergewichtig.[7]

Die Grenzwerte eines angemessenen BMI beziehen sich stark auf den Entwicklungsstand des Kindes. So wird zum Beispiel das rasche Längenwachstum in der Anfangsphase der Pubertät und Ähnliches abgebildet. Macht ein Kind diese Entwicklungsphasen früher oder später durch als der Durchschnitt, so kann trotz Normalgewicht auch ein entsprechend der Altersgruppe zu hoher oder zu niedriger BMI vorliegen.

Aussagekraft des BMI
Aufgrund der unspezifischen Ausgangsgröße Masse kann der BMI keine Aussage darüber machen, ob bei der jeweiligen Körpermasse ein überproportionaler Fett- (Übergewicht, Adipositas) oder Muskelanteil (wie bei Bodybuildern) vorliegt, also der betroffene Mensch übergewichtig oder muskulös ist. Diese Unterscheidung ist aber hinsichtlich des Aussagewertes zentral, so dass der BMI-Wert − neben der Ergebnisverzerrung bei steigender Körpergröße und ähnlicher Statur − nur begrenzt anwendbar und aussagefähig ist.

Insbesondere problematisch ist die Anwendung des BMI bei Sportlern mit einem hohen Anteil an Muskelmasse. Aufgrund der hohen Dichte des Muskelgewebes erreichen diese oft BMI-Werte, die ein Übergewicht implizieren. Maßgeblich für ein Übergewicht ist jedoch der Anteil des Fettgewebes, über den der BMI keine Aussage treffen kann. Aus diesem Grunde sollte bei der Beurteilung grundsätzlich auch der Körperfettanteil gemessen und berücksichtigt werden. Darüber hinaus spielt insbesondere in medizinischer Hinsicht der Körperbau zur Beurteilung der individuellen Gesundheit eine Rolle. So kann ein Mensch mit breiter Hüfte und/oder breiten Schultern ohne gesundheitliche Beeinträchtigung mehr Masse haben als ein zierlicher Mensch.

Einer Studie der Münchener Ludwig-Maximilians-Universität zufolge ist für die Bewertung von gesundheitlichen Risiken daher der Waist-to-height ratio (WHtR) besser geeignet oder das Verhältnis zwischen Körpergröße und dem Bauchumfang, da hier genauere Rückschlüsse auf den schädlichen Bauchfettanteil gezogen werden können. Fett an den Oberschenkeln und am Po kann für den Körper sogar eine schützende Wirkung haben. Dies sind die Ergebnisse einer über acht Jahre laufenden Studie der LMU mit über 11.000 Probanden. Während der BMI faktisch keine Rückschlüsse auf das Herz-Kreislaufrisiko zulasse und der WHR (Waist-Hip-Ratio) immerhin in begrenztem Umfang, lasse sich das Risiko mit dem WHtR am genauesten bestimmen. Vereinfacht gesehen sind Ergebnisse von unter 0,5 nach der Formel Bauchumfang geteilt durch Körpergröße dabei als eher gut und darüber als schlecht einzustufen.

Geschichte des BMI
Der BMI wurde 1870 von dem belgischen Mathematiker Adolphe Quetelet entwickelt. Die Bezeichnung Body-Mass-Index (BMI) entstammt einem 1972 veröffentlichten Artikel[9] von Ancel Keys. Keys empfahl den BMI allerdings nur für den statistischen Vergleich von Populationen, nicht für die Beurteilung der Übergewichtigkeit von Einzelpersonen. Bedeutung gewann der BMI durch den Einsatz bei US-amerikanischen Lebensversicherern, die diese einfache Einstufung benutzen, um Prämien für Lebensversicherungen so zu berechnen, dass zusätzliche Risiken durch Übergewicht berücksichtigt werden. Seit Anfang der 1980er Jahre wird der BMI auch von der Weltgesundheitsorganisation WHO verwendet. Die jetzige BMI-Klassifikation[1] der WHO besteht im Wesentlichen seit 1995.

In einigen deutschen Bundesländern (z. B. Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen) wird der Body-Mass-Index als Kriterium für die Verbeamtung im öffentlichen Dienst herangezogen. Personen mit zu hohem oder zu niedrigem BMI werden nicht verbeamtet. Diese Regelung wurde verschiedentlich stark kritisiert.[10]

Andere Indizes
Neben dem BMI existieren eine Reihe weiterer Indizes.[11] Am bekanntesten sind der Broca-Index oder der Ponderal-Index. Der Körperbau-Entwicklungsindex von Wutscherk soll sich sogar zu einer biologischen Altersbestimmung eignen.[12] Für die Übergewichtsbestimmung kommt auch häufiger das Taille-Hüft-Verhältnis (Waist-to-hip ratio) zum Einsatz, ebenso das Taille-zu-Höhe-Verhältnis (Waist-to-height ratio). Ein anderes Maß ist die Körperoberfläche, oft nach der Mosteller-Formel berechnet. Als Folge dieser vielen Maße kann – je nach absoluter Körperlänge und Morphologie – die Einstufung als übergewichtig für dieselbe Person nach der einen oder anderen Formel unterschiedlich ausfallen. Als eher kommerziell orientiert sind sogenannte Vitalanalysen anzusehen.

Eine Weiterentwicklung des BMI ist der Area Mass Index (AMI), der die Statur und das Geschlecht eines Individuums berücksichtigt. Besonders leicht zu messen ist der Bauchumfang. Er korreliert gut mit dem BMI und wird deshalb in der Medizin und in der Bevölkerung zur Bestimmung von Übergewicht verwendet.

Statistiken

Deutschland

Mikrozensus 2009
BMI gesamt Männer Frauen
unter 18,5 02,1 % 00,7 % 03,4 %
18,5 – 25,0 46,5 % 39,2 % 53,7 %
25,0 – 30,0 36,7 % 44,4 % 29,1 %
über 30,0 14,7 % 15,7 % 13,8 %
Durchschnitts-BMI 25,7 26,3 24,9
Mikrozensus
Anteil Einwohner Deutschlands mit Übergewicht
Jahr gesamt männlich weiblich
1999 47,7 % 56,2 % 39,7 %
2003 49,2 % 57,7 % 41,2 %
2005 49,6 % 57,9 % 41,5 %
2009 51,4 % 60,1 % 42,9 %

Österreich

Mikrozensus in der Bevölkerung ab 20 Jahren, 1999
BMI Männer Frauen
unter 18,5 00,9 % 02,2 %
18,5 – 25,0 35,7 % 51,7 %
25,0 – 30,0 54,3 % 37,0 %
über 30,0 9,1 % 9,1 %
Mikrozensus in der Bevölkerung ab 15 Jahren, 2007
BMI Männer Frauen
unter 18,5 01,3 % 03,7 %
18,5 – 25,0 44,2 % 55,0 %
25,0 – 30,0 42,5 % 28,6 %
über 30,0 12,0 % 12,7 %

Schweiz

Anteil Bevölkerung ab 15 Jahren mit Übergewicht
Jahr gesamt
1992 30,3 %
1997 34,9 %
2002 37,0 %
2007 37,3 %

Seite „Body-Mass-Index“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 6. Januar 2012, 19:33 UTC. URL: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Body-Mass-Index&oldid=98023911 (Abgerufen: 5. Februar 2012, 09:22 UTC)

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