Bofrost-Katalogverteiler

Eine Leserin fragt bei mir an:

Gerade kam ein älterer Herr als Haustürvertreter mit einem Bofrost-Katalog in der Kladde, war ganz sicher kein Fahrer und hatte auch keinen typische Bofrost-Blauanzug an – sind Haustürgeschäfte nicht per se verboten?

Nein, Haustürgeschäfte sind nicht verboten. Es gibt aber nur wenige seriöse Firmen, die an der Haustüre Geschäfte machen. Allen voran sind die seriösen Firmen Vorwerk und Bofrost zu nennen.
Vorwerk und Bofrost setzen auf den Direktvertrieb, das heißt sie bieten ihre Produkte vor allem dort an, wo sie benötigt werden. Der Vorwerk-Berater möchte nicht nur seine Geräte verkaufen, sondern bietet für Leute, die bereits Vorwerk-Kunden sind, auch eine Durchsicht der Geräte und Pflegetips an. Vor dem eventuellen Anbieten von Geräten möchte er auch die Wohnsituation und die Art der Böden kennenlernen, um aus der großen Auswahl an Geräten und Zusatzteilen das Passende anbieten und vorführen zu können.
Man kennt das doch: Sachen, die im Laden vorgeführt werden, funktionieren im Laden prächtig, leisten zu Hause aber oft nicht das Erhoffte. Vorwerk zeigt vor Ort in der Wohnung der künftigen Kunden, was ihre Geräte genau dort zu leisten vermögen, wo sie später auch eingesetzt werden sollen.

Bofrost ist ein klassischer Heimlieferdienst. Man muß nicht weg, um sich Produkte auszusuchen und bekommt diese direkt in Haus bis in die eigenen Kühltruhe geliefert. Und genau dort, wo der Bofrost-Verkaufsfahrer die Kunden dann später besuchen wird, tritt auch der Prospektverteiler oder Kundenwerber auf den Plan. Er spricht die Leute an der Haustüre an und stellt ihnen unseren Service vor.
Einen Vertrag möchte er nicht abschließen, man geht kein Abonnement oder irgendeine Verpflichtung ein.
Er möchte den Neukundenprospekt da lassen, einen Prospekt mit den Highlights, Rennern und Klassikern aus dem Bofrost-Programm. Falls direkt Interesse besteht, fragt er nach der Telefonnummer und ruft dann einige Tage später an und wird sich erkundigen, ob man sich für Bofrost erwärmen konnte und falls ja, ob man etwas haben möchte.
Das Bestellte bringt dann ein Bofrost-Mann. Der liefert die Waren, erklärt auch gerne alles Wissenswerte über die Produkte und das weitere Vorgehen. Diese Verkäufer muß nicht zwangsläufig der Bofrostmann sein, der diesen Kunden künftig auch regelmäßig beliefern wird.
Eine bis vier Wochen später meldet sich dann der Bofrost-Verkaufsfahrer, der für diesen Bezirk zuständig ist und fragt, ob wieder was benötigt wird.

Will man nichts, genügt ein „Nein, danke“ und schon ist er wieder weg. Manchmal hat er noch Aktionsware dabei, die nicht im Katalog abgebildet ist. Oft sind das neben kurzfristigen Lebensmittelangeboten auch qualitativ hochwertige Küchen- oder Haushaltsartikel. Die Pfannen und Töpfe beispielsweise genießen einen legendären Ruf und werden lange nach Auslaufen der Aktionen noch bei Ebay gehandelt und gesucht.
Man ist aber auf keinen Fall verpflichtet oder irgendwie vertraglich gebunden, eine bestimmte Menge oder überhaupt etwas abzunehmen. Der Bofrost-Verkaufsfahrer bietet immer nur unverbindlich an und der Kunde entscheidet ob und was er kauft.

An die Tür zu Nichtkunden kommen oft die Bofrost-Verkaufsfahrer selbst. Sie sind gerade in der Nachbarschaft und klingeln mal bei den Nichtkunden durch. Das kommt nicht oft vor und unsere Erfahrung zeigt, wie froh manche Leute sind, daß auch sie nun mal gefragt werden, weil sie schon oft den Bofrostwagen in der Nachbarschaft gesehen haben.
Außerdem könnten Prospektverteiler von der Niederlassung kommen. Manchmal hat ein Katalogverteiler ein paar Kollegen eingestellt, die dann immer mal wieder ganze Wohngebiete durchkämmen. Diese haben in den allermeisten Fällen keine Ahnung, ob die Leute bei denen sie klingeln, bereits Bofrost-Kunden sind! Also nicht wundern, wenn die trotzdem mal nachfragen. Manche tragen Bofrost-Kleidung, andere kommen in normaler Bekleidung.
Niemals werden diese Mitarbeiter die Leute belästigen oder ihnen auf den Keks gehen, da stellt auch niemand einen Fuß in die Tür. Sollte sowas vorkommen, würde ich mir den Namen geben lassen und sofort bei Bofrost anrufen!

Was vorkommen kann: Die Damen und Herren vom Vertrieb, aus der Niederlassung vor Ort oder aus der Zentrale am Niederrhein rufen bei Interessenten aber auch bei Kunden, die länger nichts bestellt haben, mal an.
Das hat nicht den Sinn, den Leuten am Telefon was aufs Auge zu drücken, sondern dient dazu, unnötige Fahrten zu vermeiden. Im direkten Telefongespräch kann man vieles viel einfacher und kostengünstiger klären, als durch eine unnötige Fahrt und ein vielleicht gar nicht erwünschtes Gespräch an der Haustür.

In manchen Gebieten wird verstärkt auf Telemarketing gesetzt. Das hat sich bei Bofrost in Italien super bewährt und gehört zur Zukunft eines modernen Vertriebs. Nette Beraterinnen oder Berater, und wenn es richtig läuft immer die- oder derselbe, rufen vor dem nächsten Besuch des Bofrostmannes an und fragen den Bedarf ab und stellen tolle Sachen vor. Das ist vor allem deshalb superklasse, weil mittlerweile nicht mehr alles was im Katalog ist, auch auf dem Wagen ist! Viele Spezialitäten muß man vorbestellen.
Beim Telefonanruf kann man diese Sachen aber angeben und dann hat der Bofrostmann sie beim nächsten Besuch auch ganz bestimmt dabei.
Es ist zwar nicht der Wunschtraum jedes Bofrostmannes, aber es ist auch kein Beinbruch, wenn man mal was vorbestellt und es dann beim Besuch nicht wirklich haben möchte. Es können sich ja zwischen Vorbestellung und Lieferung auch die Verhältnisse ändern, beispielsweise kommt ein erwarteter Besuch nicht oder so.

Also, die Kunden an der Haustüre zu kontaktieren und zu beraten, das ist überhaupt nichts Verwerfliches oder Negatives.
Insgesamt sind nach meiner Beobachtung Vertreterbesuche an den Haustüren sowieso eher weniger geworden. Das war in den 70er und 80er Jahren viel mehr der Fall.

Bei allen Arten von Haustürgeschäften hat man einen verbesserten Verbraucherschutz. Deshalb sollte man immer darauf achten, was der Vertreter für ein Datum auf die Unterlagen schreibt! Nicht daß er zurückdatiert und damit wichtige Fristen zum Rücktritt und Widerruf eventuell schon eingeschränkt oder abgelaufen sind. Vorsicht auch bei Vertretern deren Besuch angekündigt war oder die man sich ins Haus bestellt hat! Der Verbraucherschutz soll vor der Überrumpelung an der Haustüre schützen und greift oft nicht, wenn man nicht überrumpelt wurde, sondern sich die Leute selbst ins Haus bestellt hat!
Für Geschäfte mit Bofrost hat das aber meiner Meinung nach überhaupt keine Bedeutung, da man keinen Vertrag unterschreiben muß, kein Abonnement abschließt und keine Verpflichtungen eingeht.

Lies bitte vor dem Kommentieren meine Kommentar-Spielregeln.

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