Die Oma ist tot, ich esse ihr Zeug weiter

Es kommt manchmal vor, daß liebgewonnene Kunden des Bofrost-Manns sterben. Das tut jedem immer sehr leid, denn man hat sich doch über all die Jahre an die Menschen gewöhnt.
Sagen wir es mal so: Ein Teil der Kundinnen und Kunden kaufen beim Bofrost-Mann ein. Das heißt, sie sehen diese Tätigkeit als Dienstleistung, als Verkauf, als Geschäft. Punkt.
Aber ein doch recht großer Teil der Kunden betrachtet den Besuch des Verkaufsfahrers als genau das: Als Besuch.

Da heißt es dann erstmal reinkommen, kurz hinsetzen, anhören, was in den letzten Tagen und Wochen so passiert ist und ein bißchen Seelsorger sein.
So weiß man dann nach einiger Zeit, wo Enkelin Susanne studiert und daß Nichte Ramona mit einem Amerikaner verheiratet ist usw.

Tja, und dann kommt man eines Tages an die Tür und der Mensch, den man erwartet, der öffnet nicht. Stattdessen macht eben Enkelin Susanne auf und erzählt einem, daß die Oma vor zwei Wochen gestorben ist.

Man sagt dann das Übliche. Und man will dann natürlich auch nicht aufdringlich sein. Aber man muß ja wenigstens mal fragen, wie es weitergehen soll.
In diesem Fall sagt Susanne: „Ist ja wohl klar! Die Oma ist zwar jetzt tot, aber ich esse Ihr Zeug weiter. Immer wenn ich zur Oma kam, hatte sie so lecker für mich gekocht. Ich weiß genau, was sie immer alles bei Bofrost gekauft hat. Ich übernehme Omas Wohnung und wenn Sie das nächste Mal in der Gegend sind, bestelle ich was bei Ihnen.“

Na ist doch schön. Susanne hat dann wirklich regelmäßig etwas gekauft. Sie kannte die Produkte von ihrer Oma, sie hatte sich an den Geschmack gewöhnt.

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