Die Pizza-App

Gestern Abend sitze ich mit Matze auf eine Apfelsaftschorle zusammen und Matze meint: „Soll ich uns Pizza bestellen? Ich hab da jetzt so eine App für’s Handy, da kann ich direkt Pizza odern und bezahlen.“
Au! Matze will mal was bezahlen? Das wäre ja das erste Mal! Also klar, ich bin dabei. „Was haben die denn für Pizzas?“

„Alle Sorten! Pizza Renata, Pizza Boromir, Pizza La Coruna…“

„Was ist denn da alles drauf?“ frage ich, denn ich bin kein Freund von Phantasienamen bei Pizza. Lieber habe ich, wenn die klassische Namen haben, wie Pizza funghi, Pizza Hawaii oder Pizza Salami.

Matze zählt mir alle möglichen Zutaten auf, das wird mir aber zu kompliziert, so schnell kann ich mir das nicht merken. „Ach, weißt Du was, bestell mir einfach eine Pizza Hawaii, so mit Ananas, Käse und Schinken.“

„Okay“, sagt Matze, tippt auf dem Handy was ein, klickt nochmal hier und klickt nochmal da und sagt: „So! Schon alles bestellt, die Sachen kommen in 35 Minuten.“

Es dauert dann sogar nur eine knappe halbe Stunde und ein klitzekleines, fürchterlich häßliches Auto, das schändlicherweise das Logo und den Schriftzug von Chevrolet trägt, in Wirklichkeit aber ein Daewoo ist, hält vor der Tür und ein freundlicher Mann aus Kleinasien, trägt einen großen, grünen Styropor-Karton ins Haus.

Matze hat sich eine Pizza „La Boheme“ bestellt und ich öffne erwartungsvoll die Schachtel mit der Pizza Hawaii, die bei denen Pizza Bololollomo heißt.
Na ja, sagen wir es mal so, das Ganze war sehr, na wie soll ich es sagen, sehr gewöhnungsbedürftig.
Der Boden, fangen wir mal damit an, war klasse. Schön dünn, trotzdem kross, auch in der Mitte und ein ebenso knusprig, wie lockerer Rand. Lecker.
Auf der Pizza war großzügig Erdnußbutter verstrichen, darauf lag dann tatsächlich Ananas. Allerdings war der Ananas nicht alleine, zu ihm gesellten sich Birnen- und Pfirsichstückchen und zwei halbe Cocktailkirschen.
Man hatte also eine halbe Dose Fruchtcocktail auf die Pizza geleert. Oben drüber lagen Kapern, Knoblauchwürfel und türkische Lammwurst. Überbacken war das Ganze mit Schafskäse…

Ich würde mal sagen: Sehr gewöhnungsbedürftig.

Matzes Pizza hingegen war mit Tomatensauce, Schinken, Salamischeiben und normalem Käse belegt.

„Tja, was bestellst Du auch immer so Extrawürste!“ lautete sein Vorwurf.

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich vertrage leider keine Geschmacksverstärker, da fühle ich mich bei euren produkten sehr wohl.

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