Die Zutatenliste

Lieber Bofrostmann, auf allen Euren Produkten gibt es eine Zutatenliste. Besteht nicht die Gefahr, dass andere Firmen daraus eure Rezeptur ableiten und die Sachen nachmachen? Warum schreibt man das überhaupt drauf? Es würde doch zum Beispiel reichen, wenn nur bestimmte Sachen, also vielleicht gefährliche Zutaten drauf stehen würden.

Sie sprechen da zwei Punkte an. Ich will gerne mal darauf eingehen.

Die deutsche Lebensmittelgesetzgebung schreibt vor, daß auf den Etiketten bzw. der Verpackung die Zutaten in absteigender Reihenfolge angegeben werden müssen.
Das heißt, daß das was in der Liste zuerst genannt wird, auch in der größeren Menge enthalten ist, als das was als Zweites in der Liste folgt usw.
Daraus ergibt sich, daß man anhand der Liste zwar grob abschätzen kann, welche Zutaten in welcher Reihenfolge, von der Menge her gesehen, enthalten sind, aber nicht, in welcher Reihenfolge und in exakt welcher Menge sie auf welche Weise verarbeitet werden.

Es ist nicht ohne weiteres möglich, aus der Zutatenliste die Rezeptur abzuleiten.
Und selbst wenn das einem gelingt, ist immer noch nicht klar, was exakt mit den enthaltenen Bestandteilen gemacht wird, um dieses Produkt zu erzielen.

Auf der anderen Seite verkauft Bofrost ja keine Geheimlebensmittel. In der Branche ist schon ziemlich klar, wie beispielsweise eine Schinken-Käse-Pizza gemacht wird.
Das ist kein großes Geheimnis und kein Hexenwerk.
Wichtig ist, daß der Verbraucher zumindest im Überblick erkennen kann, woraus ein Lebensmittel hergestellt wird.

Er kann beispielsweise im direkten Vergleich ermitteln, wie viel Fleisch verschiedene gleichartige Produkte unterschiedlicher Hersteller enthalten.

Es wäre ja nicht im Interesse des Verbrauchers, diese Zutatenliste wegzulassen.
Bofrost kann ja nicht wissen, ob der Kunde nicht nach einer speziellen Zutat sucht und nach welcher.
Der eine mag vielleicht Allergiker sein, für ihn ist es bedeutend, zu erfahren, ob Lebensmittel eine für ihn gefährliche Zutat enthalten.
Da es aber viele Arten von Allergien und Unverträglichkeiten gibt, kann Bofrost ja nicht ahnen, wonach der einzelne Verbraucher Ausschau hält.
Es kommen nun die Menschen hinzu, die bestimmte Bestandteile von Lebensmitteln kennen wollen, weil sie ihre Ernährung danach ausrichten, Diabetiker zum Beispiel.
Man weiß ja, daß es Quatsch war, spezielle Diabetikerprodukte herzustellen, hier hat die Ernährungswissenschaft und Diabetologie hinzugelernt.
Es ist aber für den Zuckerkranken sehr wohl von Bedeutung, zu wissen, welche Kohlenhydrate/Zucker und Zuckeraustauschstoffe etc. enthalten sind.

Ja und dann gibt es die noch viel größere Gruppe von Kunden, die bestimmte Bestandteile/Gewürze nicht mögen oder eventuell im umgekehrten Fall Wert darauf legen, dass sie enthalten sind.

Es könnte ja sein, dass jemand gar keinen Zimt mag und deshalb immer wissen will, ob die Lebensmittel dieses Gewürz enthalten. Er kauft es dann nicht, wenn Zimt drin ist.
Ein anderer sagt beispielsweise, dass ihm Tortellini nur schmecken, wenn Spinat enthalten ist. Er wird schauen, ob dass auch bestimmt der Fall ist, damit es ihm schmeckt.

Da man also nicht weiß, wonach die Leute schauen, muss man auch alles draufschreiben.

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