Dieselskandal

Der Dieselskandal ist in aller Munde.
Was mich am meisten erstaunt, ist die große Zahl von Dieselfahrzeugen, die die Nobelmarken Mercedes, BMW und Audi absetzen.

Was sind die Gründe für die Anschaffung eines Diesel-Fahrzeugs?
Nun, der Treibstoff ist etwas günstiger, die Steuern sind niedriger und den Fahrzeugen wird eine hohe Langlebigkeit nachgesagt.
Diesel verbrennt nicht durch den Funken einer Zündkerze, sondern der Motor ist ein Selbstzünder. Das heißt durch den hohen Druck im Motor explodiert das Gemisch ohne Fremdzündung.
Deshalb müssen die Motoren hohe Drücke aushalten, sind mechanisch sehr stabil gebaut und gehen deshalb angeblich bei weitem nicht so schnell kaputt wie Benzinmotoren.

Eigentlich gute Gründe, sich einen Diesel zu kaufen.

Aber die Abgase! Grundsätzlich gibt es keine sauberen Autos. Selbst für Elektroautos, die selbst ohne Schadstoffausstoß auskommen, muß irgendwo Strom produziert werden und das geschieht hierzulande vorwiegend in Kohlekraftwerken.
Und welche Ökobilanz die Hersteller der Batterien für diese Autos haben, ist auch nicht so ganz bekannt.

Aber dennoch, wenn man sich so ein Auto kauft – eigentlich egal welches – dann erwartet man als Kunde doch auch, dass es die in den technischen Datenblättern genannten Werte auch abliefert.
Okay, wir sind es gewohnt (beispielsweise bei den Verbrauchsangaben), dass die Autohersteller hier die für sie bestmöglichsten Werte abliefern. Diese niedrigen Verbrauchszahlen erreicht dann der Kunde im täglichen Betrieb nie.
Aber man erreicht Werte, die zumindest irgendwo in der Nähe des Versprochenen liegen.

Bei den Schadstoffwerten ist das anders.
Hier hat der Gesetzgeber den Autoherstellern so viele Schlupflöcher gelassen (Danke an die tollen Autolobbyisten!), die tatsächlichen Abgaswerte um das 4fache, das 8fache oder gar das 10fache über den angegebenen Werten liegen.
Und damit diese Überschreitungen nicht auffallen, werden sie clever in der Software versteckt.
Solange das Fahrzeug auf dem Prüfstand steht und später dann nur in ganz bestimmten Situationen, stößt es wenig Schadstoffe aus. Zu allen anderen Zeiten dieseln die Autos die Umwelt voll.

Das sind in meinen Augen staatlich geduldete Betrugsmaßnahmen.

Und deshalb bin ich der Meinung, daß die betroffenen Autobesitzer großzügig entschädigt werden sollten.
Auch wenn das meinetwegen einen Konzern wie VW an die Grenze des Machbaren bringen sollte. Die Konzerne sollten verpflichtet werden, jedem Dieselautobesitzer so viel Geld zu bezahlen, daß er sich ein vergleichbares Auto mit anderer Antriebsform kaufen kann.

Eine Neuwagenprämie ist kaum eine Lösung.
Was nützt es, wenn mir ein Hersteller einen saftigen Rabatt auf einen Neuwagen anbietet, den ich mir gar nicht leisten kann?
Nehmen wir an, jemand fährt einen 6 Jahre alten VW-Passat. Für ihn ist das Auto noch so gut wie neu. Der aktuelle Zeitwert ist aber nicht mehr besonders hoch. Geld für einen Neuwagen hat er nicht, er will seinen Passat wenigstens noch weitere 6 Jahre fahren.
Mit einer Prämie von 2.000 € ist ihm ja dann nicht geholfen.
Nein, VW müsste ihm den Betrag zahlen, den er benötigt, um sich einen gleichwertigen Wagen kaufen zu können.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. „Das sind in meinen Augen staatlich geduldete Betrugsmaßnahmen.“

    Ja, seh ich genauso, hier hat die Politik lange gepennt bzw. sogar aktiv mitgewirkt. Das könnte die deutsche Premium-Automobilindustrie noch ganz schön teuer zu stehen kommen. Warten wir mal ab ob bzw. wie Tesla mit seinem Model 3 die Kurve kriegt.

Lies bitte vor dem Kommentieren meine Kommentar-Spielregeln.

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