Freude mit dem Nachbarn

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.

So sagt der Volksmund.

Und der Volksmund hat Recht.

Meine Frau und ich sind friedliebende Menschen. Wir wohnen schon 15 Jahre in unserem Häuschen. Es ist ein freistehendes Haus in einer kleinen Siedlung am Stadtrand.
Bis vor zwei Monaten wohnten links von uns der pensionierte Stadtkämmerer und seine Frau. Da seine Frau nun zu einem Pflegefall geworden ist, sind die beiden in die Eifel zu ihrer Tochter gezogen und haben das Haus hier verkauft.

Das hat nun ein Lehrerehepar gekauft. Am Abend ihres Einzugstages sind meine Frau und ich mit Brot und Salz als kleinen Willkommensgruß zu denen hinübergegangen.
Meine Frau hat das kleine runde Brot selbst gebacken und oben ein Töpfchen mit Salz hineingemacht.
Wir klingeln, stellen uns vor und überreichen das bescheidene aber von Herzen kommende Begrüßungsgeschenk: „Herzlich willkommen in der Nachbarschaft.“

Die beiden schauen sich an, die Frau geht mit genervtem Gesichtsausdruck einfach weg und läßt ihren Mann alleine mit uns. Der gibt uns tatsächlich das kleine Brot und das Beutelchen mit dem Salz wieder zurück und sagt: „Danke, aber danke nein. Wir möchten nichts annehmen, das verpflichtet nur dazu irgendwelche Mätzchen mit der Nachbarschaft zu veranstalten.“

Bums, da war die Tür auch schon wieder zu.

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