Frischer Fisch fängt frische Fritze

frisch

Tja, das ist so eine Sache, das mit dem Wort „frisch“.

In einer Verbrauchersendung im Fernsehen hörte ich neulich den Satz: „Tiefkühlware ist besser als ihr Ruf. Nur frische Produkte können ihr das Wasser reichen.“

Dazu fiel mir folgender Kommentar hier im Blog auf:

Vielleicht sollte man mal das Thema Frisch besprechen.
Ich bekomme heutzutage, weder im Supermarkt, noch auf dem Wochenmarkt und schon gar nicht in diesen Boxen, ein frisches Lebensmittel. Wenn ich lese, das es so frisch ist, das man es nicht mal einfrieren muss, kann ich nur sagen: Setzen, sechs.
Fakt ist: Kälte ist das Zauberwort für Frische. Und zwar richtig Kälte, nicht einfach nur kühlen. Einfache Lebensmittelkunde. Schon in der Steinzeit wurde Fleisch so tief wie möglich vergraben. Je tiefer desto kühler, desto frischer. Wenn ich hier in Bayern auf den Werbeagentur lese: “ Heute frisches Kabeljaufilet“ möchte ich den Betreiber dieses Marktes am liebsten ohrfeigen, ob dieser Schamlos Lüge. Aber der Verbraucher ist selber schuld.. ….Er glaubt diese Lügengeschichten, weil Frische ein äußerst dehnbarer Begriff geworden ist

Wenn man richtig frische Produkte haben möchte, dann muß man sie:

1. beim Erzeuger kaufen
2. sofort verarbeiten

oder:

3. TK-Ware kaufen

Alles andere ist Augenwischerei.

Bleiben wir beim Beispiel Fisch. Will man richtig frischen Fisch, dann muß man ihn bei dem Mann oben auf dem Bild kaufen. Direkt vom Kutter runter und dann noch am selben Tag in die Pfanne.
Jeder andere Fisch ist mindestens 2-3, wenn nicht 4 Tage alt, bevor er im Laden landet. Und: Ich möchte nicht wissen, wie die Temperaturführung bei diesem „frischen“ Fisch so war. Mal unter Shreddereis begraben, dann wieder offen in der Ladentheke…

Bei Obst und Gemüse ist das nicht anders. Viele Obstsorten werden um die ganze Welt gekarrt, um uns dann als „Frischware“ angeboten zu werden. Andere Sorten liegen tage- ja manchmal wochenlang im Supermarkt. Mal abgesehen davon, daß jeder diese Ware anfassen kann. Die Marktangestellten sortieren auch schlecht gewordene und schimmelige Früchte aus. Doch was geschieht mit den Früchten, die daneben in derselben Kiste lagen?
Bis ein Styroporschälchen mit Plastikfolie voll mit „Zuckererbsen“ im Supermarkt im Regal liegt, ist es 1.200 Kilometer aus Polen oder der Ukraine zu uns unterwegs gewesen. Das Gemüse ist eine Woche alt.
Aber die Verbraucher glauben, es handele sich um absolut frische Ware.

Wenn man wirklich was Frisches will, muß man beim Bauern kaufen. Und zwar Erbsen beim Erbsenbauern und Tomaten beim Tomatenbauern.
Schaut man sich aber die Hofläden hier in der Gegend an, so bietet einer von denen Spargel an. Jetzt im Dezember. Klar, der muß ja ganz frisch sein, kommt ja direkt vom Bauern!
Wer will mir denn sowas erzählen?

Frisch ist also relativ. Regional und saisonal muß es obendrein auch noch sein.
Regional heißt, daß die Produkte aus der Gegend kommen, in der man wohnt. Dann wurden sie nicht tagelang auf der Autobahn herumgekarrt.
Saisonal heißt, daß man Saisonprodukte kauft, Spargel also zur Spargelzeit. Jetzt im Dezember kann Spargel nur von irgendwo anders kommen, jedenfalls nicht aus unseren Landen.

Auch wer an Weihnachten Erdbeeren kauft, muß wissen, daß diese mit dem Flugzeug um den halben Globus geschafft wurden. Hier wachsen derzeit definitiv keine.

Ja, da hat der Leser, der den obigen Kommentar abgegeben hat, durchaus recht.

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