Lecker aber unhygienisch

„Die Welt“ schrieb vor einiger Zeit mal unter dem Titel „Kontrolleure rügen schlechte Hygiene in Döner Buden“:

Vorstellung des Jahresberichts zur Lebensmittelüberwachung in Berlin: So wurde von 875 kontrollierten Geflügeldöner-Buden jede dritte wegen Mängeln bei Reinigung und Desinfektion beanstandet. In 30 Prozent der Betriebe war zudem das Personal schlecht geschult. Und auch bei der Herstellung der Dönerspieße fehlte es in jedem fünften Betrieb an der notwendigen Sauberkeit.

Dazu fällt mir auch noch was ein:

Vor einigen Monaten war zu regelmäßigen Gesprächen mit einem Freund, der Ehekummer hatte, in immer ein und demselben griechischen Lokal.
So kam ich wenigstens viermal in der Woche zu „Alexis“ (Name geändert). Und jeden Tag konnte ich gegen 22 Uhr die selbe Szene beobachten:
Der dicke, große Gyros-Spieß wurde vom Drehgrill genommen und zum Abkühlen auf ein Stück Alufolie gelegt. Eine Viertelstunde später kamen Koch und Wirt und steckten den Spieß in einen frischen neuen „gelben Sack“ für Plastikabfälle und dann wanderte der Spieß „zum Frischbleiben“ in die Tiefkühltruhe in der Küche, die man vom Gastraum aus einsehen kann.

Ich sprach den Wirt darauf an und er zuckte nur mit den Schultern. Das sei doch völlig normal. In anderen Betrieben machten die einmal pro Woche Gyros, schneiden einen Tag lang das Schabefleisch vom Spieß und frieren das Geschabte dann für den Rest der Woche ein. Kommt ein Gast und bestellt Gyros, wird das Gefrorene in der Mikrowelle oder wenn’s gut läuft sogar auf der Bratplatte des Grills kurz heißgemacht – und fertig.
Da sei er doch mit seiner Methode quasi Hygiene- und Frischeweltmeister. Ich frage ihn, wie lange denn der große Gyros-Spieß bei ihm so hält? Och, der reiche ihm den ganzen Monat, seine Gyrosportionen seien eher klein und Gyros werde bei ihm mehr so als weitere Beilage auf dem Grillteller bestellt. Manchmal hält der auch länger als einen Monat…

Ja, dann würde der Spieß ja praktisch bis zu 40 mal eingefroren, aufgetaut, angebraten, eingefroren, aufgetaut…, wende ich ein.
Das quittiert der Grieche mit einem verständnislosen Blick und weiß gar nicht, was daran verkehrt sein könnte. „Haupteßach schmeckts die Leut!“

Bei einem Chinesen, den es glücklicherweise nicht mehr gibt, beobachtete ich, daß er große Scampi-Schwänze für einen Gast zubereitete. Dazu holte er einen Plastikbeutel mit eingefrorenen Garnelenschwänzen aus dem Tiefkühlschrank, schüttete den Inhalt in ein Sieb und ließ heißes Wasser darüberlaufen. Sobald sich der Garnelen-Eisklumpen in einzelne Schwänze zerlegen ließ, entnahm er dem Sieb die für das bestellte Mahl benötigte Zahl an Scampi-Schwänzen und… – ja, dann schüttete er die eben noch mit heißem Wasser übergossenen anderen Garnelen in den Beutel zurück und fror sie wieder ein…

Auch da bekommt man unter Umständen eine leicht verderbliche Eiweißportion, die schon dutzende von Malen aufgetaut und wieder eingefroren wurde, eklig!

Ganz häufig beobachte ich, und das ist ja schon fast überall an der Tagesordnung, daß Lebensmittelverkäufer immer wieder im Wechsel mit den bloßen Händen die Ware anfassen und dann Geld kassieren. „Pecunia non olet“ sagt man, aber wer weiß denn immer so genau, wo dieses Geld schon überall gesteckt hat und wer es in den Fingern gehalten hat?

Osman, der türkische Dönerbräter hier, wäscht sich zwar immer wieder die Hände. Aber dann kassiert er wieder mit bloßen Händen ab und fasst die Ware an…

Das alles sind Sachen, die man so beobachten kann, ich will gar nicht wissen, was da alles passiert wo man nicht zugucken kann!

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Kassiererin hustet gehaltvoll in ihre Hand und gibt mir mit derselbigen dann mein Wechselgeld raus. Pfui Deibel.

  2. @Martinisflitzer:

    Kassiererin hustet gehaltvoll in ihre Hand und gibt mir mit derselbigen dann mein Wechselgeld raus. Pfui Deibel.

    Kommentar des Tages!

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