Nutella ist nicht giftig

Eine Kundin fragte mich, ob ich wüßte, was mit Nutella los sei. Sie habe im Fernsehen von einer Produktwarnung gehört. „Ist das Zeug jetzt giftig, oder was?“, fragte sie.

Nein, mit Nutella ist soweit alles in Ordnung.
Es ist ein sehr kunstvolles Produkt.
Ein Metzger sagte mir einmal, die Kunst des Wurstmachens bestehe darin, aus Fett und Wasser etwas Schmackhaftes zu zaubern.
Bei Nutella ist das ähnlich, die schaffen es, aus jeder Menge Fett und Zucker eine Masse zu machen, die auch ich unwiderstehlich finde.
Ich meine, da sind nur 13% Nüsse drin… Und trotzdem kommt es einem vor, wie ein Topf voller Nougatmasse. In Wirklichkeit ist es zum ganz überwiegenden Teil Zucker und Palmöl. Aber egal: Is‘ lecker!

Aktuell war Nutella von einer Lebensmittelwarnung betroffen. Allerdings war mit dem Produkt an sich alles in Ordnung.
Lediglich auf einer Charge einer bestimmten Glasgröße hatte auf dem Etikett ein Allergiker-Hinweis gefehlt.

Dazu schreibt der Hersteller FERRERO:

Gerne möchten wir darüber informieren, dass auf den Etiketten der nutella 1000-Gramm-Gläser der Chargen L032 und L033 die Zutatenliste und damit der Hinweis auf die in nutella enthaltenen Allergene fehlen. Dies sind:

HASELNÜSSE
MAGERMILCHPULVER
SOJA

Die vollständige Zutatenliste lautet:
Zucker, Palmöl, Haselnüsse (13%), fettarmer Kakao, Magermilchpulver (7,5%), Emulgator Lecithine (Soja), Vanillin.

Bei Fragen zur Zutatenliste steht der Ferrero Consumer Service unter der Telefonnummer 069 – 665 6660 jederzeit gern zur Verfügung.

Die Qualität des Produktes selbst ist einwandfrei, so dass nutella aus den betroffenen 1000-Gramm-Gläsern der Chargen L032 und L033 von Nicht-Allergikern unbedenklich verzehrt werden kann.

Allergiker, die nutella 1000-Gramm-Gläser der Chargen L032 und L033 gekauft haben, können diese unfrei an den Ferrero Consumer Service zurückschicken und bekommen Ersatz.

Adresse: Ferrero Consumer Service. 60624 Frankfurt am Main.

Ob es ein Fehler der Grafikabteilung oder der Druckerei war, weiß man nicht.
Ein besonderer Aufreger ist das auch nicht.
Auch die angebotene Möglichkeit, das Produkt zurückzuschicken, wird kaum ein denkender Verbraucher in Anspruch nehmen.
Wozu auch? Wenn er von der Möglichkeit des Umtauschs erfährt, hat er auch die Zutatenliste und die Warnung gelesen und braucht kein neues Glas mit vollständig gedrucktem Etikett.

Warum ist das überhaupt eine Lebensmittelwarnung wert?
Einerseits ist es nicht erlaubt, ein solche Produkt überhaupt ohne Zutatenliste zu verkaufen.
Zum anderen ist es für Allergiker gefährlich, Produkte zu essen, die Stoffe enthalten, gegen die sie allergisch sind.
Deshalb ist es den Lebensmittelherstellern ein Anliegen, die Allergiker genau zu informieren, welche Stoffe/Zutaten im Einzelnen enthalten sind.
Oft werden die Allergene auch noch besonders herausgestellt, indem sie nochmals separat aufgeführt oder in der Zutatenliste fett gedruckt werden.
So hat jeder, der an einer Unverträglichkeit oder Allergie leidet, die Möglichkeit im Vorfeld zu prüfen, ob das Produkt für ihn geeignet ist.

Das ist auch der Grund, warum auf manchen Bofrost-Produkten steht: Kann Spuren von XYZ enthalten, obwohl die Zutatenliste gar kein XYZ aufweist.
In einem solchen Fall wird auf der gleichen Produktionsstrecke auch ein Produkt gefertigt, das XYZ enthält, und man kann nicht ausschließen, dass auch das XYZ-freie Produkt damit in Berührung gekommen ist und eben „Spuren“ enthält.
Oft reichen minimalste Mengen eines Allergens aus, um bei einem Allergiker auch lebensbedrohliche Zustände auszulösen.
Deshalb sind diese Hinweise, die für Nichtallergiker befremdlich klingen (sind doch nur Spuren was soll das?) sehr wichtig und werden von den Betroffenen auch ernst genommen.

Man darf davon ausgehen, daß es nur eine sehr geringe Zahl von Allergikern gibt, die Nutella vor dem Vorfall noch nicht kannten und nun erstmals zu diesem Produkt greifen. Außerdem betrifft es die weniger oft verkauften 100-Gramm Gläser. Das Gefährdungspotential war also insgesamt sehr gering.

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Hi, ich denke das Angebot zur Rücksendung ist für jene Personen gedacht, die allergisch sind und die betroffenen Gläser gekauft haben, in der Hoffnung den Inhalt essen zu können. Jetzt wissen sie (hoffentlich!), dass sie den Inhalt nicht essen sollen und bekommen bei Rücksendung vermutlich ihr Geld zurück.
    Und ja, mir ist auch klar, dass dieser Fall kaum auftreten dürfte. Wobei es immer Leute gibt, bei denen Allergien neu auftreten und dann ggf. in genau diesem Zeitfenster zum ersten Mal die Zutatenlisten ihrer Lieblingsprodukte studieren…
    Ist doch auch gute Werbung, wenn ein Konzern „wir kümmern uns“ publiziert.

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