Oh nein!

Heute Morgen waren Deti und Putzi da. Gottseidank ohne Kinder!
Deti wollte sich meinen Akkuschrauber leihen.

„Warum kaufst Du Dir nicht mal einen eigenen Akku-Schrauber“, frage ich. Es geht mir auf die nerven, dass Deti alle paar Wochen meinen Akku-Schrauber ausleiht.

„Och, ich brauche ja eigentlich keinen. Das lohnt sich für uns nicht.“

„Du kommst doch aber alle paar Wochen und leihst Dir meinen, also brauchst Du doch einen.“

„Es reicht doch, wenn ich jemanden kenne, der mir seinen leiht. Denk doch mal an die Rohstoffe, die in so einem Akkuschrauber stecken.“

„Weisst Du was? Mein Akkuschrauber ist sowieso schon ein bißchen in die Jahre gekommen, ich schenke Dir den und bestelle mir einen neuen.“

„Nein, das Geschenk nehme ich nicht an.“

Putzi mischt sich in das Gespräch ein. Oder anders gesagt: Putzi interessiert nie, über was andere Leute sich gerade unterhalten. Sie platzt einfach mit ihrem Thema mitten in das Gespräch anderer hinein.

Sie sagt: „Ich habe ja jetzt meine Scheine alle zusammen. Ich bin jetzt geprüfte Therapeutin des Dr. Sommertau-Instituts für ganzheitliche Körpermedizin.“

„Ach was?“, entfährt es mir und ich ahne schon, daß sie mich mit esoterischem Geschwurbel vollsülzen wird. „Und was machst Du da so?“

„Ich bin im Institut für die Klangschalentherapie verantwortlich.“

„Und was soll das bringen?“

„Heilung, mein Lieber, Heilung. Und komme mir jetzt nicht mit Deiner altbekannten ablehnenden Art. Ich sage nur: Wer heilt, hat Recht!“

„Aha, uns was heilt Ihr so?“

„Seele und Körper.“

Ich grinse nur und sage: „Jau, dann fang mal an und mache mein Knie wieder ganz.“

Und kaum hatte ich das gesagt, bereute ich es auch schon.

Putzi klatschte vor Vergnügen in die Hände und freute sich: „Das ist ja prima! Das hätte ich jetzt von Dir Banause gar nicht erwartet. Natürlich können wir uns um Dein Knie kümmern. Überhaupt kein Problem! Morgen bringe ich die Papiere vorbei und dann gehst Du damit zum Arzt.“

Ja klar, ich nickte das ab. So einen ersoterischen Humbug wird man Arzt nur müde belächeln und mich dann doch nach Bad Kotzburg schicken.

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