Wenn es dumm läuft, dann aber richtig

Putzi hatte mir noch am selben Abend die Papiere gebracht. Ich habe sie mir gar nicht genau angeschaut und heute Morgen mit zum Arzt genommen.
Ich lege ihm das Zeug auf den Tisch und meine: „Meine Schwägerin will dass ich so was mache. Aber das ist ja sowieso nur so ein heilkundlicher Blödsinn.“

Der werte Herr Doktor, dem ich so viele Jahre lang vertraut habe, in dessen Händen mein Leben liegt, fällt mir brutal in den Rücken: „Aber wieso denn? Das Dr. Sommertau-Institut ist sehr bekannt und hat viele tolle Erfolge erzielt. Da sind Sie in guten Händen. Sie können dort prima ihre REHA machen. Das wird auch anerkannt.“

Nein!

Meine Frau sagt später zu mir: „Tja Rolf, jetzt hast Du die Wahl. Entweder Du fährst nach Sankt Peter Ording oder nach Bad Brambach und bist wochenlang von zu Hause weg, oder aber Du beißt in den sauren Apfel und machst die Kur bei Putzis Institut.“

Okay, was kann mir schon passieren. Das Dr. Sommertau-Institut ist in der Nachbarstadt und nach ein paar Stunden Reha dort kann ich jeden Tag wieder nach Hause. Und Klangschalen würden mir sowieso nicht verordnet werden, deshalb wäre ich wahrscheinlich von Putzi verschont. Warum also nicht?!

Oh nein!

Heute Morgen waren Deti und Putzi da. Gottseidank ohne Kinder!
Deti wollte sich meinen Akkuschrauber leihen.

„Warum kaufst Du Dir nicht mal einen eigenen Akku-Schrauber“, frage ich. Es geht mir auf die nerven, dass Deti alle paar Wochen meinen Akku-Schrauber ausleiht.

„Och, ich brauche ja eigentlich keinen. Das lohnt sich für uns nicht.“

„Du kommst doch aber alle paar Wochen und leihst Dir meinen, also brauchst Du doch einen.“

„Es reicht doch, wenn ich jemanden kenne, der mir seinen leiht. Denk doch mal an die Rohstoffe, die in so einem Akkuschrauber stecken.“

„Weisst Du was? Mein Akkuschrauber ist sowieso schon ein bißchen in die Jahre gekommen, ich schenke Dir den und bestelle mir einen neuen.“
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Lichtblick am Horizont

Gott erbarme Dich!

Die Reha-Tante will mich nach Bad Bratwurst oder so in Sachsen schicken. Ich mag aber meine Knieverletzung lieber zu Hause auskurieren.
„Da kommst Du nicht dran vorbei“, sagt Matze zu mir, „Das kenne ich von meinen Kuren zur Genüge.“

„Du fährst in Kur?“, frage ich ihn.

„Ja, aber sicher doch, alle paar Jahre., das zahlt doch die Kasse.“

„Du arbeitest doch die meiste Zeit gar nicht.“
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Sie wollen nicht? Aber ich will, dass Sie wollen!

Genau das hat die Tante von der Reha-Stelle am Telefon zu mir gesagt.
Ich hatte nur gesagt, daß ich nicht zu einer REHA nach st. Peter-Ording fahren möchte.
Sie hatte geantwortet: „Sie wollen nicht? Aber ich will, dass Sie wollen!“

„Noch beziehen Sie ja Lohnfortzahlung. Aber danach werden Sie Krankengeld bekommen und das lasse ich Ihnen streichen, wenn Sie bei der Wiedererlangung Ihrer Arbeitskraft und Gesundheit nicht mitwirken“, hatte sie auch noch gesagt.

„Ist ja schon gut. Ich will ja gesund werden und ich will auch wieder arbeiten. Ich bin sowieso so gut wie nie krank. Stellen Sie mich mal nicht so hin, als wollte ich nur krankfeiern ich will bloß nicht nach St. Peter-Ording.“

„Gut, dann fahren Sie nach Bad Brambach in Sachsen. Da ist es auch schön.“

„Ich will auch nicht nach Bad Bratzbach und schon gar nicht nach Sachsen. Ich möchte einfach nur hier zu Hause mein Knie gesundpflegen.“

„Das geht nicht!“

Päng!

Kann mir jemand helfen? Ich will nicht von meiner Frau und meinen armen Kindern getrennt werden!

Deti und Putzi – Zur Erinnerung

Ich erzählte vor längerer Zeit schon mal von Deti und Putzi. Falls Ihnen die beiden nicht mehr geläufig sind, frische ich Ihre Erinnerung gerne noch mal auf:

Renate ist irgendwie mit uns verwandt. Meine Frau behauptet ja, Renate sei ihre Schwester, aber ich tendiere ja mehr dazu, daß Renate die Ausgeburt irgendeines Fluchs ist, den eine durchreisende Zigeunerin auf unser Haus und speziell auf mich gelegt hat. Ich vermute, Renate ist so etwas wie eine Prüfung, eine ganz schwere Prüfung, die man als Mensch, als Mann, erst einmal überstehen muss; und wenn man Renate überstanden hat, dann kommt man sofort in den Himmel.

Renate ist also meine Schwägerin. Verheiratet ist sie mit Detlef Dörrsam. Renate ist eine geborene Blaschke, woraus sie den Doppelnamen Dörrsam-Blaschke bezieht. Damit das Ganze auch so richtig dämlich klingt, hat Renate einen ihrer weiteren Vornamen noch mit reingepackt und so steht es auch auf dem Schild an Detlefs und Renates Haustüre:

Renate-Hannelore Dörrsam-Blaschke

esoterische Lebensberatung

Detlef ist Aufzugmonteur und Renate hat früher Fisch verkauft, kann das aber jetzt nicht mehr, da sie sich „auf einer anderen Ebene im feinstofflichen Bereich mit der Seele der Fische, vor allem der Wale und Delphine, intensiv auseinandergesetzt hat“ und hält nun daheim in ihrer „Praxis“ Sprechstunden für andere Bekloppte ab und betreut nebenbei ihre höchst überflüssigen Kinder Gwynn-Meredith (8) und Sören-Lukas (9).

Das wäre ja alles gar nicht schlimm, würden die vier nur auf Sansibar wohnen. Aber die vier haben uns als ihre Lieblingsverwandten auserkoren und besuchen uns zu oft. Und wenn sie bei uns sind, dann erzählen sie esoterisch-veganen Dummfug. Das bringt mich auf die Palme. Am Liebsten würde ich Detlef und sein Putzi bei den Schöpfen packen und ihre Köpfe solange aneinander klopfen, bis der ganze esoterische Dummfug aus den Ohren rieselt.
Aber ich lasse das.

Zu Deti und Putzi gibt es hier im Blog noch etliche Geschichten. Wenn Sie mögen, können Sie ja mal nachlesen:

Alle Deti und Putzi-Erlebnisse.

Noch so ein blöder Brief

Der Brief von der Berufsgenossenschaft ist da.

Ich könnte ja das Essen der vergangenen 14 Tage hochwürgen!

„…zur Erhaltung Ihrer Arbeitskraft zu einer therapeutischen Maßnahme einladen…“

Mich!

Ich will nicht weg von zu Hause!

Aber die Berufsgenossenschaft hat sich mit dem Rententräger und der Krankenkasse gegen mich verschworen.
Ich soll nach Sankt Peter Ording.

Wo, um alles in der Welt liegt Sankt Peter Ording? Ich kenne Peter Orloff.
Dieser halbrussische Schlagersänger war in den 70er Jahren mal in der Hitparade.
Aber St. Peter Ording?

Okay, das liegt an der Nordseeküste.

Moment mal! Es ist draußen kalt und ich soll in dieser Kälte an die Nordsee? Ich sag’s schon jetzt, ich habe keine Lust!

Physio und Reha

Matze war heute Morgen da und hat einen Krankenbesuch gemacht.
Er sagt ja „Schümnastisch“ statt Gymnastik.
Aber er sagt ja auch Püschologe statt Psychologe…

„Da wirst Du aber zur Krankenschümnastisch müssen“, legt er kurzerhand die Therapie für mein lädiertes Knie fest.

Dann erst fragt er: „Was hast Du eigentlich genau?“

Typisch für diese Schnellschwätzer! Erst mal klugscheißen und dann erkundigen was eigentlich Sache ist.
Ich und Krankengymnastik!
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Aua! – Zwei Fotos und beide Mist

Einige werden sich gewundert haben, weshalb ich in den letzten Tagen nichts habe von mir hören lassen.
Schuld sind 2 Fotos.

Da denkst Du nichts Böses und zupfst morgens noch einen Brief aus dem Briefkasten und fährst zur Arbeit.
Dort angekommen steige ich aus meinem PKW aus, reiße noch schnell der Brief auf und sehe, daß es ein Strafzettel ist.
Ein Strafzettel über 10 €.

"Sie überschritten auf der A3 die zulässige Höchstgeschwindigkeit um 6 km/h.
Statt der höchstzulässigen 100 km/h sind Sie 106 km/h gefahren."

Was habe ich mich geärgert! Diese Stelle auf der A3 kennt jeder. Ich kenne sie schon ewig und ich fahre dort nie zu schnell, nie!
Und ich bin mir sicher, auch an diesem betreffenden Tag nicht schneller als 100 gefahren zu sein…

Und weil ich mich so geärgert habe und den blöden Brief noch während des Laufens studierte, habe ich einen Palettenwagen übersehen und mich verletzt.
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Ein Loblied auf den Bofrost-Katalog

Ich mache das ja jetzt schon viele Jahrzehnte. Und ich hatte schon viele Bofrost-Kataloge in den Händen.
Und ich sage es ehrlich, in manchen jahren habe ich mich fast ein bißchen geschämt. Diese Kataloge waren so bieder und hausbacken…
Einige Kollegen sprachen schon von der „Rentnerpost“, wenn sie die Kataloge meinten.

Aber der aktuelle Genießer-Katalog Frühling/Sommer 2018 ist mit einer der schönsten, die wir je hatten.

Er ist erstmal 159 Seiten stark. Das ist schon mal was Handfestes. Da hat der Kunde nicht nur so ein Schlabberheftchen in der Hand, sondern einen richtigen Katalog.
Das Titelbild spricht mich an. Es ist richtig gut fotografiert, zeigt eine Komposition von Eiswaffeltüten und Früchten. Schon dadurch wird gezeigt: „Mit Bofrost kannst Du was machen!“ Denn das sind ja keine Produkte, die es im Katalog so zu kaufen gibt. Prima gemacht!

Und im Inneren geht es weiter: „Iss anders!“ „Neue Ideen zum Geniessen.“ heißt es dort.
Das ist genau die Sprache, die Bofrost braucht, um sowohl junge, als auch ältere Kunden anzusprechen.
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Die neuen Nachbarn

Nach unserem gestrigen Erlebnis mit den neuen Nachbarn waren wir ziemlich verschreckt.
Ich muß ehrlich sagen, das hat uns doch etwas mitgenommen.
Wir wollten nur freundlich sein und den Neuen den Einstand in der neuen Umgebung etwas erleichtern, und wir wurden doch ziemlich rüde abgebürstet.

Heute Morgen ging das weiter.
Meine Frau schiebt die Mülltonne raus. Der Müllwagen kommt immer so gegen elf.

„So geht das aber gar nicht!“, kräht die neue Nachbarin meiner Frau zu, sagt aber nichts weiter, sondern ruft ihren Mann: „Bernward, kommst Du mal?“

Bernward!

Bernward kommt dann auch und seine Frau wispert ihm etwas zu. Dann geht er zu meiner Frau und sagt: „Ich glaube, wir haben das gestern nicht klar genug gesagt. Wir sind nicht auf Kumpanei oder Verbrüderung aus. Bitte stellen Sie die Tonne etwas weiter vor Ihr Haus. Die Grenze ist ja wohl eindeutig durch diesen Zaunpfahl gekennzeichnet. Bis zum Pfahl geht Ihr Grundstück und hier fängt unser Grundstück an. Ja?“

Meine Frau sagte dann abends zu mir: „Ich habe gar nicht gewußt, was ich sagen soll. Die Tonne habe ich seit Jahren da hin gestellt und die Nachbarn stellten ihre immer direkt daneben. Mal mehr bei uns, mal mehr bei denen… Da kam es nie drauf an, Hauptsache sie stehen etwas beieinander, dann haben es die Müllmänner doch einfacher.“

Ich sage nur: „Das kann ja noch lustig werden, mit denen.“

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