Räum ordentlich ein, Du Haderlump!

Ich verwende das Wort Haderlump nicht. Normalerweise nicht. Es kommt wohl aus dem Bayerischen, oder?
Es fiel mir nur spontan ein, als ich gestern Morgen den Wagen übernahm, der mir nun nach dem Urlaub zugeteilt worden ist.
Man kann sich nicht vorstellen, wie der Kollege, der ihn vorher hatte, eingeräumt hat.

Es gibt ja Spielregeln für die Beladung und das Einsortieren. Die Ladeordnung besagt, wo was in etwa zu liegen hat. Normalerweise müsste jeder Bofrostmann sich an jedem Bofrostwagen blind zurechtfinden.
Soweit die graue Theorie.

In der Realität räumt sich jeder seinen Wagen so ein, wie er es gewohnt ist und für richtig hält. Das ist ja auch in ordnung so, wenn einzelne Sachen mal woanders liegen.
Aber in diesem Fall: Alles durcheinander. Pizza an 6 verschiedenen Stellen!

Da habe ich ihm scherzeshalber „Du Haderlump!“ zugerufen.

Er war auch nicht böse.

Aber was bedeutet Haderlump eigentlich. Darüber hatte ich mir den ganzen Tag Gedanken gemacht.

In Wikipedia steht es:

Haderlump, auch Hadersack, Lumpensack, Lumpsack, Lump, ist ein vor allem in Süddeutschland, Österreich und Schlesien gebräuchliches Schimpfwort für einen Habenichts oder Taugenichts, zumal, wenn er in abgerissener Kleidung daherkommt.

Wobei im Süden Deutschlands oft „du kleiner Lump“ und im Schwäbischen ebenso das Wort Lumpensack zu kleinen Kindern, im Sinne von Spitzbube oder Schelm, gesagt wird.

Der Begriff geht zurück auf eine Bezeichnung für den Lumpensammler, eine als Fahrendes Volk umherziehende Personengruppe, die abgetragene Kleidungsstücke sowie Stoffreste und -fetzen, sogenannte „Hadern“ bzw. „Lumpen“, bei der Bevölkerung sammelte und an Papiermühlen veräußerte.

Sprachwissenschaftlich handelt es sich bei dem Wort „Hader-lump“ um eine Tautologie, eine inhaltliche Wiederholung.

Das Wort „Hader“ wird hergeleitet vom Althochdeutschen „hadara“ („Schafspelz“) und hat den gleichen Wortstamm wie „verheddern“:

„etwas verheddert sich“: etwas bleibt irgendwo hängen, weil sich Fäden verwickelt haben
„(sich) verheddern“: (sich) verwickeln, den Faden verlieren, durcheinanderkommen

Das Wort ist nicht verwandt mit dem gleichlautenden Substantiv „Hader“ („Streit“, „Zank“, „Zwist“) und dem hiervon abgeleiteten Verb „hadern“ („streiten“, „murren“).

Lies bitte vor dem Kommentieren meine Kommentar-Spielregeln.

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