Salz ist Salz ist Salz ist Salz

Himalaya-Salz soll ja ganz was Besonderes sein.
Oder Fleur de Sel, diese Salzblüten. Oder heiliges Salz aus Tibet und schwarzes Salz und und und.

Leute, Salz ist Salz.
Salz kommt aus dem Meer. Punkt.
Entweder wurde es von ausgetrockneten Meeren vor Jahrmillionen als Salzschicht hinterlassen, die durch die tektonischen Bewegungen der Erde heute tief unter der Erdoberfläche liegen, oder es ist aktuell im Meerwasser vorhanden.
Um an das in der Erdkruste eingelagerte Salz zu kommen, gibt es im wesentlichen zwei Methoden.

– Man gräbt Löcher in die Erde, bis man an das Salz herankommt (Salzbergwerke usw.), oder
– Man bohrt Löcher in das Salzlager und spült das Salz mit Wasser nach oben.

Um an das Meersalz zu kommen, gibt es auch wieder verschiedene Methoden, die zwei bekanntesten sind:

– das Auskochen aus dem Wasser
– das Verdunstenlassen

Im Endeffekt bleibt aber immer nur eins übrig, Salz.

Das kann je nach Herkunft und vorheriger Lagerung mal mehr oder weniger mit allerlei anderen mineralischen Stoffen vermischt sein. Diesen Stoffen können gute oder aber auch schlechte Eigenschaften nachgesagt werden. In aller Regel wird das Salz gereinigt und von diesen Stoffen befreit. Es bleiben dann, wiederum je nach Herkunft, minimalste Unterschiede hinsichtlich der Beimischungen. Der Hauptbestandteil jeder Salzsorte ist aber eben Salz.

Besonders lustig: Auch auf Himalaya-Salz, das seit Millionen von Jahren auf den Abbau gewartet hat, drucken die Betriebe ein Haltbarkeitsdatum auf die Packungen. So ein Blödsinn, als ob ein ewig altes Mineral nun auf einmal verderben könnte.

Auch witzig: Da die Herkunftsbezeichnung Himalaya-Salz nicht geschützt ist, kommt das manchmal auch aus Polen.

Wer also irgendeiner besonderen Salzsorte besondere Eigenschaften zuschreibt, der begibt sich ein wenig in den Bereich des Glaubens und der Esoterik.

Etwas anderes sind Salzzubereitungen, also beispielsweise geräuchertes Salz, oder Salz vermischt mit anderen Gewürzen. Ganz beliebt sind im Sommer die Barbeque-Mischungen, die frisch gegrilltem Fleisch ein besonders gutes Aroma verleihen sollen.

Im Grunde genommen ist es aber Quatsch, für Salz mehr auszugeben, als das preisgünstigste Salz kostet.

Übrigens: Auch Salz für technische Anwendungen, also Streusalz oder Wasserenthärtungssalz ist ganz normales Salz. Es ist aber dennoch für den menschlichen Genuss nicht geeignet. Die Hersteller verweisen auf einen geringeren Reinheitsgrad und auf technische Zusätze.
Das mit dem Reinheitsgrad kann man nachvollziehen, denn es wäre Quatsch Salz für das Auftauen von Straßen so aufwändig zu reinigen wie Speisesalz.
Die technischen Hilfsmittel, die beigemengt werden, können unterschiedlicher Natur sein. Einmal sind das beispielsweise Rieselhilfen. Diese sind auch im Speisesalz enthalten und sollen ein Verklumpen und Auskristallisieren verhindern. In technischen Salzen können andere Rieselhilfen und diese auch in größerer Menge enthalten sein, sodaß es für den menschlichen Genuss wenig geeignet ist.

Es gibt also eigentlich keinen vernünftigen Grund, für ein kleines Beutelchen „Delikatess-Salz“ 7,95 € auszugeben.
Das Salz für 19 Cent tut’s genauso.

5 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Zumindest bei Fleur de Sel bzw. Meersalz würde ich dir widersprechen, aber vielleicht bin ich da auch etwas esoterisch angehaucht :). Geschmacklich finde ich es etwas angenehmer, wobei ich es eigentlich nur für Frühstückseier verwende. Zum Kochen wäre es absolute Verschwendung und meine ca 5 Jahre alte Bofrost-Prämienpackung ist immer noch etwa halb voll.

    • Mittlerweile habe ich von einer Bekannten ein flockiges Salz aus Bad Reichenhall geschenkt bekommen. Das „schmeckt“ auf dem Frühstücksei besonders gut.
      Ich behaupte aber, daß es die Form macht, eben dieses „schaumige“. Das Salz selbst ist auch nur Salz.

  2. Da würde ich auch widersprechen. Man schmeckt ja schon den Unterschied. Und genau, die sonstigen Mineralien machen den gewaltigen Unterschied. Auch Rieselhilfen haben im Salz nichts zu suchen!

  3. Pingback: Bofrost Ist Salz vielleicht doch nicht nur Salz?,Frostmann

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