Sie elender Depp

„Sie elender Depp!“
So schnauzte mich heute eine Frau an.
Was war geschehen?

Ich komme auf meiner Tour an einer sehr schönen Bäckerei vorbei. Die bieten im Januar immer Vanille-Twister an. Das sind leckere gedrehte Plunderstangen mit einer mitgebackenen Puddingfüllung. Superlecker!
Okay, leider kann ich da selten anhalten, weil es dort keine vernünftigen Parkplätze gibt. Man kann nur am Straßenrand parken und da ist nie was frei, schon gar nicht für meinen Bofi.

Heute Morgen war aber glücklicherweise eine genügend große Parklücke und so hielt ich kurz an. Ein Becher Kaffee und ein Vanille-Twister waren meins! Fröhlich stieg ich in meine Fahrerkabine und begann, den Vanille-Twister zu futtern.
Eine Frau hatte gesehen, daß ich meinen Wagen bestieg und wollte gerne mit ihrem Mini-Opel auf diesen Parkplatz. Also stand sie schräg hinter mir und blinkte rechts.
Gut, das ist mir auch schon passiert. Ich dachte, jemand fährt weg und der tat es dann nicht. Man ist dann enttäuscht, aber es bleibt einem ja nichts anderes übrig, als dann weiter zu fahren und einen anderen Parkplatz zu suchen.

Nicht so die Opel-Tante. Die blieb hartnäckig schräg hinter mit stehen und beharrte darauf, ich solle wegfahren. Das zeigte sie durch Gesten und Hupen an.
Hinter ihr stauten sich schon etwa 20 Autos.
Aber ich wollte erst meinen Twister fertigessen.

Ja und dann? Dann stieg die Tante aus und beschimpfte mich: „Sie elender Depp!“

Aber ich lass mich nicht provozieren. Noch einen Schluck Kaffee.
Ich meine, man darf da parken und nichts anderes habe ich getan.

Dann steig die Frau wieder in ihr Auto, die Schlange war inzwischen um eine wild klingelnde Straßenbahn erweitert, und fuhr los. Aber nicht vorwärts an mir vorbei, sondern rückwärts.
Wieder wildes Gehupe von den Autofahrern hinter ihr.

Fast hätte es noch einen Unfall gegeben.

Ja und dann? Dann ist sie endlich in die freie Parklücke vor mir gefahren. Das hätte sie auch von Anfang an tun können.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Man erlebt ja immer wieder unglaubliche Situationen, kann ich mir gut vorstellen!

  2. Du hast dich provozierend verhalten! In jedem Augenblick ist ein Fahrzeug mit Werbeaufschrift eine Visitenkarte! Die PKW-Lenker in der Schlange hinter dem Opel sahen die Schuld einzig bei dir – darauf kann ich eine Wette abschließen.
    Bedenke was du damit herauf beschworen hast: Sämtlichen Verkehrsteilnehmer die, diesen Vorfall als beteiligte erlebten, wird bofrost* in negativer Erinnerung sein. Mutmaßlich eilten einige Anwohner durch das wilde Gehupe an die Fenster, du hast ein Theaterstück vor großem Publikum geliefert (coram publico).

    Ich sah einen bofrost* Wagen den halben Gehsteig zuparken, eine Mutter kam mit ihrem Kinderwagen gerade noch so vorbei, wäre da ein Kleinkind an ihrer Seite gewesen – sie hätte das Fahrzeug auf einer stark befahrenen Bundesstraße umgehen müssen. Diese Situation hielt ich mittels eines Fotos fest. Ich wollte damals nicht warten bis der Fahrer aus dem Haus kommt, Verkaufsgespräche dauern im allgemeinen länger, ich hätte ihm die Meinung gegeigt.
    Zumindest auf diesen Fahrer trifft die Titulierung „saudumm“ zu.

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