Soll man dem Bofrostmann Trinkgeld geben?

Aber klar doch!
Kurz und bündig.

Oder in lang:
Ein Trinkgeld ist eine freiwillige Bargeldspende, mit der man sich für eine gute Dienstleistung erkenntlich zeigt.
Taugt die Dienstleistung nichts, war der Dienstleister unfreundlich, dann gibt es von mir auch kein Trinkgeld.

Wenn man aber höflich und freundlich bedient wird, der Dienstleister seinen Service gut macht und man zufrieden ist, dann finde ich, gebietet es der Anstand, daß man das auch honoriert.
Dazu erreichen mich in der Vorweihnachtszeit immer ganz viele Leser(innen)-fragen.

Eine Leserin schreibt, sie habe gar nicht so viel Geld, ob es auch eine Tafel Schokolade tue.
Natürlich! Es geht um die Geste, nicht um den Wert und die Größe der Zahlung. Aber ich bin mir sicher, daß der Bofrostmann sich auch über Plätzchen, Schokolade oder auch ein anderes eßbares Präsent freut. Ich zumindest tue es.

Dann kommt immer wieder die Frage, wieviel Trinkgeld man denn geben soll.
Nun, darauf kann man keine verbindliche Antwort geben.
Das hängt doch immer auch von den finanziellen Verhältnissen des einzelnen Kunden ab.


Die einen runden einfach auf. Statt 27,20 Euro geben die einem 28 Euro und sagen: „Stimmt so.“
Andere runden bei einem solchen Betrag auf 30 Euro auf.

So als normales Trinkgeld würde ich 1-5 Euro bezeichnen, das geben schon recht viele Kunden. Aber ich bin ja auch immer nett, wirklich.
An Weihnachten ist das etwas anderes. Da geben mir manche auch schon einmal einen Zehner oder Zwanziger.

Aber ganz ehrlich, ich gräme mich nicht und bin auch nicht unzufrieden, wenn einer nur 5 Cent gibt.
Es geht um die Geste. Ich habe als Verkaufsfahrer dann das Gefühl, daß mein Einsatz auch geschätzt wird und daß der Kunde erkannt hat, daß ich mich mehr bemühe als andere Stoffel

Eine Leserin fragte, was sie denn machen soll, sie läßt doch immer abbuchen.
Na ja, dann kann man dem Bofrostmann ja trotzdem ’nen Euro so geben. Oder man sagt, bevor er das alles eintippt, daß man heute ein Trinkgeld geben und mit abbuchen lassen will. Das geht auch und das kommt auch an.

Aber keine Angst, Ihr Bofrostmann wird Ihnen auch nicht den Kopf abreißen, wenn Sie kein Trinkgeld geben. Das Wichtigste ist nämlich, daß Sie als Kundin oder Kunde zufrieden sind. Dafür und für den guten Service bezahlen Sie ja schon mit Ihrer Rechnung. Eine Verpflichtung zum Trinkgeld besteht nämlich sowieso und überhaupt nicht.

Aber seien Sie sich sicher, daß der Verkaufsfahrer sich sehr freut, wenn Sie ihm etwas geben. Das macht man einfach heute so, finde ich.
Ich gebe meinem Briefträger und meinem Paketmann immer ordentlich was. Meine Frau findet das beispielsweise zu viel.
Die bekommen ab und zu mal einen Fünfer und am Jahresende 20 Euro.
Dafür kommt der Paketmann aber auch nochmal vorbei, wenn bei uns keiner zu Hause ist und der Briefträger würde niemals irgendeine CD im Umschlag zu Tode knicken.

Noch ein Tip von mir ganz persönlich:
Wenn ich z.B. mal zum Arzt muß oder in einem Hotel übernachten muß, gebe ich dem Personal vorher, also gleich am Anfang etwas für die „Kaffeekasse“, gerne auch mal bei Behörden.
Ich weiß nicht ob es wirklich so ist, aber ich habe immer das Gefühl, daß man dann von Anfang an schon ein bißchen zuvorkommender behandelt wird.

Fazit also:
1. Und nicht nur zur Weihnachtszeit.
2. Man kann und sollte, muß aber nicht.
3. Die Höhe spielt keine Rolle.
4. Es geht auch bargeldlos.
5. Es sind auch Sachgeschenke willkommen.

Ansonsten ist mir das Lächeln einer zufriedenen Kundin aber sowieso das Allerwichtigste.
Aber vielleicht bringen Sie ja an Weihnachten mal Ihren Bofrostmann zum Lächeln!

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