Thai Green Curry – Gut gemeint

curry

Ich schrieb ja, dass ich alles von Bofrost* probiere.
Und so hatten wir neulich das Gericht Thai Green Curry.

Es wird in einem Beutel geliefert und man muß es nur in der Pfanne heiß machen.
Die gelieferten 1.000 Gramm reichen für etwa 3 Personen.
Für zwei ist es zu viel, für drei fast ein bißchen wenig.

Das Gericht besteht aus Reis, Hähnchenbruststücken, Broccoli, Paprika und gegrillten Auberginen.

Die Zubereitung ist einfach. Man gibt den Beutelinhalt mit etwas Wasser in eine beschichtete Pfanne und erhitzt es dann.
Empfohlen wird, das ohne Deckel zu tun, beim Ausprobieren hat sich aber herausgestellt, dass es besser, einfacher und schneller geht, wenn man am Anfang den Deckel einen Moment auf der Pfanne läßt, bis sich etwas Wasserdampf gebildet hat. Das Produkt taut dann schneller auf und wird besser gar.
Die Zubereitungszeit wird mit 10 Minuten angegeben, im Werbetext heißt das „im Handumdrehen“.
Tatsächlich dauert es 15 Minuten, was der angegebenen Zeit sehr nahe kommt.

Der Reis ist sehr schnell gar und auf dem Teller auch noch genügend bißfest.
Der Broccoli bleibt al dente.
Die gelben Paprika-Streifen sind zart und bekömmlich, geben dem Gericht aber zusammen mit den Auberginen und den Gewürzen eine gewisse Süße.
Die auch vorhandenen grünen Paprika-Streifen waren kaum wahrnehmbar.

Eingesetzt werden folgende Gewürze:
Koriander, Jalapeño, Kaffirlimettenblätter, Zwiebeln, Ingwer, Kreuzkümmel, Zitronengras, Kardamom, Chili, Knoblauch.

Das verspricht, zusammen mit dem Produktnamen „Thai Green Curry“ ein orientalisches Geschmackserlebnis.

Doch der Gesamteindruck ist dann eher bescheiden.
Leider.

Die in erstaunlich großer Menge und schön großen Hähnchenbrusthappen sind von der Konsistenz her schön zart. Jedoch war die erste Reaktion am Tisch: „Die schmecken nach Putzmittel.“
Nun ist meine Tochter mit einem sehr empfindlichen Geschmackssinn gesegnet (oder verflucht, jenachdem…) aber tatsächlich, die Hähnchenfiletstücke haben einen seifigen Nachgeschmack, der nicht überzeugen kann. Irgendein Gewürz erinnert wirklich eher an Großmutters Mottenbeutelchen als an Asien.

Insgesamt war uns allen das Gericht viel zu süßlich abgestimmt. Irgendeine orientalische Schärfe haben wir gar nicht wahrgenommen.
Orientalisch duftet es allerdings sehr aus der Pfanne, denn die Mischung von Koriander, Kreuzkümmel, Ingwer und Kardamom ist die ideale Gewürzmischung auch für so manches Weihnachtsgebäck.

Damit es uns schmeckte, mußten wir kräftig nachsalzen und haben noch Fondor zum Einsatz gebracht.
Der darin enthaltene Geschmacksverstärker hob dann alles etwas.
Auch Pfeffer haben wir noch zugefügt.

Pro:
Sehr schöner Reis in ausreichender Menge
viel schön zartes Hähnchenfleisch
schnell und problemlos zubereitet
komplettes Essen aus einer Pfanne

Contra:
zu wenig Würze, insgesamt etwas lasch
Filetstücke haben seltsamen Beigeschmack
zu weihnachtlich abgestimmt
keine wahrnehmbare Schärfe

Fazit:
Man merkt, was sich der Rezepteur dabei gedacht hat.
Zur orientalischen Küche gehören auch die für uns etwas weihnachtlich anmutenden Gerüche und Geschmäcker.
Hier war uns das aber zuviel. Dabei empfanden wir das Gericht insgesamt als zu süß und zu wenig gewürzt.

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Fondor ?? Kein Wunder wenn dann einiges zu lasch und ungewürzt schmeckt.Wir hatten vor vielen Jahren das Zeugs auch im Hause und gelegentlich zum nachwürzen verwendet,als ich dann unseren Koch und Würzplan umstellen musste weil meine Frau Plötzlich Knoblauch und Pilze nicht mehr vertrug da kam einem die „natürliche“ Küche auf einmal recht fade vor,hat dann etwas gedauert bis sich das gelegt hat.Seifiger Geschmack klingt für mich nach Kokos oder Ingwer in irgend einer Form als Beigabe,das kann dann auch schmecken als ob einem Persil unters Gewürz geraten ist

  2. Das „seifige“, was die Tochter erschmeckt hat, war vermutlich Zitronengras, eine durchaus übliche Zutat in Thailand. Ich bin hiervon persönlich auch kein Fan, in ein Gericht wie dieses gehört es aber definitiv rein.

    Auch „orientalisch“ ist hier vollkommen fehl am Platz und wird daher wohl auch vermeintlich gesucht. Wie der Name schon sagt, hat das Gericht seinen Ursprung in Thailand – und das hat so viel mit dem Orient zu tun wie Deutschland mit Afrika.

    Ich muss also leider diese Produktbewertung als absolut verfehlt darstellen. Die Erwartungen, die an das Produkt gestellt wurden, konnten aufgrund der absoluten Falschheit dieser Erwartungen gar nicht erfüllt werden.

    Das Thai Curry ist für ein thailändischen Curry, was es sein soll, sehr gut!

  3. Das „seifige“ könnte durchaus auch vom Koriander kommen, wenn man hier die Blätter verarbeitet hat statt der Samen. Ein fürchterliches Gewürz!

  4. Geschmacksache, Raoul. Ich liebe Koriander zum Beispiel.

    Gut, dass die Geschmäcker da verschieden sind.
    Schlimm ist es nur, wenn deshalb ein ganzes Produkt nieder gemacht wird, nur weil man diese Art von Essen nicht kennt (siehe Frostmann in diesem Beispiel vom Curry).

  5. Das scheint auch für mich ein Fall zu sein, wo das Produkt eigentlich alles richtig gemacht hat, aber wegen einer falschen Erwartungshaltung des Konsumenten deswegen zu Unrecht schlecht bewertet wird.

    Thailändisch ist Geschmackssache, selbst wenn die Rezeptur schon an den deutschen Markt angepasst wurde, insbesondere wegen dem erwähnten Koriander und Zitronengras. Den einen schmeckt es, bei anderen löst es die von Rolf geschriebenen Assoziationen aus. Dafür kann aber das Produkt nichts.

    Und was thailändisch mit orientalisch zu tun haben sollte, kann ich auch nicht mal ansatsweise nachvollziehen. Das ist wie ein typisch französisches Frühstück mit einem bayrischen Weiswurstfrühstück zu verwechseln.

  6. Koriander ist ein Kraut, das man entweder mag oder nicht, dazwischen ist nicht viel. Der seifige Geschmack kommt dann wohl tatsächlich davon.

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