Tschüß, Dr. Thomas!

Wenn ich bei Google den Namen von Dr. Thomas Stoffmehl eingebe, taucht zu allererst bei den Suchergebnissen eine Bofrost-Pressemitteilung auf, in der kundgetan wird, daß Herr Stoffmehl 2008 in den Bofrost-Beirat berufen wurde.
Wir Bofrostaner wissen aber durch ein Rundschreiben des Beirats und jetzt auch durch Bofrost-TV/Wir, daß Dr. Stoffmehl das Unternehmen noch in diesem Jahr verläßt.

In solchen Fällen wird immer von einer einvernehmlichen Lösung gesprochen und immer von neuen beruflichen Herausforderungen.
Diese Sätze sagen uns zunächst nichts. Deshalb bin ich, genauso wie alle meine Kollegen, regelrecht geschockt, daß dieser Schritt kommt.
Stand doch Dr. Stoffmehl immer für ein modernes Bofrost, für den Weg nach vorne in die Zukunft.

Nach dem Rückzuck des Firmengründers auf einen weniger präsenten Posten und dem Ausscheiden seines Sohnes Michael aus dem Beirat, war Dr. Stoffmehl der einzige Vertreter der Familie an prominenter Stelle als Beirat und Unternehmenssprecher.
Er war der freundliche Mann, der auch bei der Herz-für-Kinder-Gala immer als Bofrost-Chef vorgestellt wurde und der den dicken Scheck mit unseren Kalender- und Aktionsspenden überreichte.

Ich persönlich mag ihn sehr, auch wenn ich ihn nur zweimal kurz erleben durfte.
Gespannt bin ich nun, an welcher Stelle und bei welchem Unternehmen er nächstes Jahr auftaucht.

Doch was bedeutet das für Bofrost?
Es heißt derzeit, daß „Edoardo Roncadin … ab dem 01.09.2015 die Aufgaben im bofrost*Beirat allein wahrnehmen und gemeinsam mit dem Management-Team die operativen Geschäfte verantworten (wird).“

Das ist keine Augenblicksbeschreibung, sondern schon ein Blick in die Zukunft. Der nette Mann aus Italien wird vorerst die Geschicke unseres Unternehmens alleine leiten und die Zügel in der Hand behalten.
Michael Boquoi sagte in Bofrost-TV sinngemäß, daß die Familie in jedem Fall weiterhin ihren Einfluß geltend machen wird, indem sie im Unternehmen nach dem Rechten schaut und ihre Investitionsentscheidungen daran anpasst.

Es ist gut, daß wir als Unternehmer im Unternehmen sofort von diesem Wechsel erfahren haben und ich wäre mit meinen Kollegen sehr dankbar, wenn wir von Herrn Roncadin erfahren könnten, wie es jetzt weitergeht.
Viele Kollegen sind verunsichert. Manche reden davon, daß nun alle von Bord gingen. Ich weiß nicht, ob das so stimmt.

Ich habe vielmehr das Gefühl, daß Edoardo Roncadin eine Zukunftsvision für Bofrost-Deutschland hat. Eine Vision für ganz Europa, genährt aus seinen, von sehr guten Ergebnissen begleiteten, Erfahrungen in Italien.
Nun funktioniert nicht alles, was in Italien funktioniert, auch in Deutschland gleichermaßen.

Deshalb hat man ja auch nicht den gesamten Vertrieb auf einen Schlag auf italienische Methoden umgestellt, sondern nur eine begrenzte Zahl von Testniederlassungen.
Das Zusammenspiel von Telemarketing, der verkürzte Besuchsrhythmus und die neuen Packungsgrößen und Produkte müssen erst ausgiebig getestet werden, da muß sich noch so manche Ecke und Kante abschleifen, bis das alles auch für die deutschen Kunden und Bofrost-Mitarbeiter paßt.
Aber wenn das passend gemacht worden ist, dann könnte es funktionieren.

Ich bin begeistert von den neuen Produkten, nicht alles braucht man wirklich, aber die meisten Sachen sind einfach toll und modern. Damit sprechen wir auch ein jüngeres Publikum an. Durch kleinere Packungsgrößen, die wir in kürzeren Abständen liefern, tragen wir auch den veränderten Lebensbedingungen Rechnung. Die Hausfrau, die 40 Kilo eingefrorenen Blumenkohl bevorratet, ist Geschichte. Heute kaufen die Leute passend für ein zwei Mahlzeiten kleinere Mengen.

Es hat also keinen Zweck, wenn wir Verkaufsfahrer nun den Kopf in den Sand stecken. Wir müssen uns vielmehr jetzt erst richtig ins Zeug legen, damit Bofrost nicht nur die Nummer Eins bleibt, sondern ganz simpel: Damit es in unserem Geldbeutel am Monatsende stimmt!
Ist doch so: Wenn’s dem Unternehmen gut geht, geht’s auch uns gut.

Wir haben es von Herrn Roncadin gehört: Es geht weiter in der eingeschlagenen Richtung und es wird keinen Millimeter nach links oder rechts abgewichen.

Also machen wir doch einfach mit und ziehen weiter an der gemeinsamen Karre. Es kann doch nur zu unserem Besten sein.

12 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hi, jetzt musste ich mich wundern und dann schmunzeln.
    Wundern: Warum zieht sich die Familie und deren Sohn so dermaßen aus dem Geschäft zurück? Das würde ich nie, nie, nie tun. Mein „Baby“ alleine lassen.
    Da knirscht es vermutlich intern auf höchster Ebene. Das macht mir Sorge, evtl. wird doch alles schlimmer? Wie werden Bofrostler bezahlt/behandelt und bleibt es in Zukunft angenehm und schön, falls es sich gut als Bofrostler angenehm arbeiten lässt? Stichwort Lohndrückerei.
    Da bin ich bei Punkt 2.
    Schmunzeln: Die „italienischen Vertriebsmethoden“: Was ist das? Wie behandelt man dann Bofrostfahrer? Werden die von der Mafia überwacht? 🙂
    Und kommt jetzt der Fahrer zu mir „wenn du nicht’e die empfohlene Tomatensuppe la Mamma willst’e, dann bekommst du bombiges Eis’e mit Schuß’e.“
    Das war jetzt nicht so ernst gemeint, mir haben nur die italienischen Vertriebsmethoden gefallen.
    🙂
    Ich entschuldige mich, falls sich jemand politisch unkorrekt behandelt fühlt.
    Gruß, Schwedenlady

    • Hallo, liebe Schwedenlady!
      So ganz hat sich ja niemand zurückgezogen. Das Unternehmen hat noch andere Bereiche, als den rein operativen, dort engagiert sich die Familie, so weit ich weiß.

      Mit italienischen Methoden ist das gemeint, was in Italien in den letzten Jahren sehr erfolgreich durchgeführt wurde. Optimierter Service, Eingehen auf verändertes Konsumverhalten und Nutzung moderner Gegebenheiten.
      In Italien hat das wunderbar funktioniert.

      Aber Deutschland ist eben Deutschland und nicht Italien. Deshalb kann man das nicht 1:1 umsetzen, sondern muß eine deutsche Variante des italienischen Modells finden.
      Und da ist das Unternehmen gerade dabei.

  2. ja auch wir haben gestern so beiläufig erfahren das dr stoffmehl das unternehmen „auf eigenen wunsch“ verläßt.
    Mir sind das italienische modell und der starre Besuchsrhythmus noch nicht so positiv aufgefallen vor allem beim lohn müssen wir Verkaufsfahrer deutliche einbusen hinnehmen.Was mich aber am meisten nachdenklich stimmt ist die tatsache das es seit der nette italiener ( wir hatten ihn mal zu Besuch in unserer Nl und nennen ihn seitdem Papa Schlumpf weil er so nett und trollig aussieht)am Ruder ist es nur so wimmelt von italienischen produkten die das sei so nebenher erwähnt alle aus seinen Familienbetrieb kommen-bei uns heisst das dann verbesserte rezeptur oder so preise werden erhöht aber ob die qualität auch angepasst wird kann keiner sagen! ich hoffe nicht das der nette onkel sich nur schnell mal auf unsere kosten die taschen vollmacht und uns dann fallen lässt wie eine heisse kartoffel! Ach ja so nebenbei besitzt er auch einige weinbaugebiete die natürlich auch exklusiv für bofrost abfüllen!!

    • Du meinst statt trollig sicher drollig. Ich weiß nicht, ob es sich geziemt, daß man seinen Chef so bezeichnet und als Papa Schlumpf betitelt.

      Aber das ist nur das eine.

      Das andere ist die Realität: Die Mutti, die sich ihre 1,50 Meter lange Tiefkühltruhe mit Riesenbeuteln Blumenkohl und einem halben Zentner Pommes vollmacht, ist Geschichte.

      Essen ist längst nicht mehr nur reine Notwendigkeit, sondern wird immer mehr Lifestyle, und da benötigen wir Produkte, die den veränderten Verbrauchsgewohnheiten angepasst sind.

      Letztlich hat italienisches, bzw. überhaupt mediterranes Essen bei uns einen guten Ruf. So finde ich es eine super Idee, solche Produkte mit ins Programm aufzunehmen.

      Die Klassiker bleiben uns ja erhalten, es gibt sie jetzt halt eben auch noch zusätzlich in kleineren Packungen.

  3. DEM, WAS BEOBACHTER ANDEUTET, KANN ICH MICH NUR ANSCHLIEßEN. JETZT IST ES OFFENSICHTLICH: NUR NOCH GELD IST BEI BOFROST WICHTIG. DA SCHEIDET NIEMAND FREIWILLIG AUS, VON SO EINEM POSTEN. 2 GRÜNDE: ENTWEDER ER WURDE, NATÜRLICH MIT GELD DAZU GEZWUNGEN, ODER, DAß WÄRE SOGAR DAß NOCH GRÖßERE ÜBEL, ER RESIGNIERT VOR SOLCHEN MACHENSCHAFTEN, KANN DAß MIT SEINEM GEWISSEN NICHT VEREINBAREN UND HAUT, NATÜRLICH GUT ABGEFUNDEN AB. EINS STEHT FEST: MEINEN STOLZ BEI BOFROST ZU ARBEITEN, HABE ICH VERLOREN. DARÜBER HINAUS, BIN ICH WIE VIELE KOLLEGEN, NICHT MEHR BEREIT STÄNDIG GEGEN DIE ARBEITSZEITORDNUNG ZU VERSTOßEN UND DAFÜR NICHT MAL BEZAHLT ZU WERDEN. IMMER MEHR WIRD VERLANGT. DAFÜR SOLL DAß WEIHNACHTSGELD MASSIV GEKÜRZT WERDEN. ICH JEDENFALLS WERDE, MIT MEHREREN KOLLEGEN DER GEWERKSCHAFT BEITRETEN UND WIR WERDEN UNS WEHREN. TROTZDEM: AN ALLE BOFROSTANER: HALTET DURCH. ES WIRD NICHTS SO HEIß GEGESSEN ……… GLÜCKAUF

    • @ Beobachter undsuperwilly.
      Meint ihr mit eurer Einstellung nicht, dass es Zeit wäre sich einen neuen Job zu suchen.
      Ja, Veränderung tut immer weh. Nur der Weg, was wir die letzten 10 Jahre gemacht haben machen wir auch die nächsten 10 Jahre funktioniert nicht mehr!
      Schaut mal in die einzelnen NL rein. Wo werden denn neue VGs aufgemacht … ich höre nur von VG-Schließungen und wie lange glaubt ihr, dass dann euer Job noch sicher ist.
      Vielleicht mal am Frostmann ein Beispiel nehmen, sicherlich kritisch hinterfragen, aber ansonsten einfach mal eine positive Einstellung zulegen, dann wirds auch.

  4. Ich will hoffen, dass das italienische Modell auch auf Deutschland passt. Das wäre nicht die erste Firma, die beim Versuch, ihre eigenen Strukturen einem anderen Volk aufzudrücken, kläglich auf die Nase gefallen ist.

    Ich habe vor einiger Zeit mal ein paar sehr intressante Fotos gesehen: nämlich, dass der Inhalt des Kühlschrankes auf die Menschen und ihre Lebensumstände schließen lässt. Und da war ein besonders voller Kühlschrank bei von jemandem, der nach dem Krieg die Not erlebt hat und deswegen immer gut Vorräte hat.
    Naja gut, die sollten so langsam aussterben…

  5. Hallo, ich sehe das neue Modell überwiegend positiv. Nach Jahre des Stillstandes und den Aussagen vom Firmengründers, der immer nur wissen wollte wieviel mehr an Erbsen er denn verkauft, sollte mal was geändert werden, kommt seit einiger Zeit Bewegung in die Sache.
    Alleine das wir auch mal Rabattaktionen anbieten können hat sich doch schon bewährt.
    Und geben wir doch mal zu: mittlerweile wird man doch bei Ald/Lid&Co KG zugeschüttet mit den gängigsten Produkten. Und da brauchen wir Spezialitäten! Und wenn die dreimal aus italien kommen: wenn wir DAS „Besondere“ bringen, was es nicht überall zuhauf gibt, dann sind wir wieder interessant!
    🙂 Stefan

  6. Het zou aanbeveling verdienen als de directie in Duitsland eens n grondig onderzoek instelt naar de “ gedragingen“ van de Belgische directie in Nederland. Voornamelijk het personeelsbeleid is nog steeds van de middeleeuwen en worden medewerkers die niet aan de voeten liggen van die directie eruit gewerkt. Dit bedrijf zou eerder na moeten denken hoe ze hun personeel bejegenen . Dan kunnen bedrijfsprocessen en voorgenomen veranderingen weleens kunnen slagen.
    Het is te gek voor woorden dat de verantwoordelijke Belgische directeur nog steeds in functie is en door kan gaan met zijn kwalijke praktijken.

Lies bitte vor dem Kommentieren meine Kommentar-Spielregeln.

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