Warnung vor Tiefkühlkost

Mit der Überschrift (und ähnlichen) ging dieser Tage eine Pressemitteilung durch die Lande.
Der Verbraucherinformationsdienst aid warnte davor, das Mindesthaltbarkeitsdatum gekühlter Fertigprodukte zu missachten.
In der Mitteilung hieß es weiter:

Gerade gekühlte Fertigprodukte kauft man oft länger im Voraus und lagert sie dann bis zum Gebrauch. Verbraucher sollten allerdings beachten, dass die Produkte nicht ewig haltbar sind. Im Gegensatz zu manch anderem Lebensmittel, das über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus genießbar ist, sollte man mit gekühlten Fertigprodukten vorsichtig sein. Sie sollten besser nicht länger verwendet werden, erläutert der Verbraucherinformationsdienst aid. Der Grund: Für den Verbraucher ist oft nicht durch riechen oder anschauen zu erkennen, ob das Produkt noch in Ordnung ist oder nicht. Es könnten sich krankmachende Keime verbreitet haben, die nicht zu erkennen sind. Daher sollten bei gekühlten Fertigprodukten am besten nicht zu große Vorräten angelegt werden – und Verbraucher sollten auch solche Lebensmittelpackungen regelmäßig kontrollieren.

Das sind natürlich Binsenwahrheiten und eigentlich keine Meldung wert.
Nur hat diese Meldung mit Tiefkühlkost nichts zu tun. Deshalb sind die entsprechenden Überschriften, die diese Meldung mit Tiefkühlkost in Verbindung bringen, schlichtweg falsch. Die Journalisten, die sie sich ausgedacht haben, haben einfach nicht gut genug nachgedacht.

AID warnt vor gekühlten Fertigprodukten. Fertigprodukte sind z.B. gekühlte Frischnudeln oder Pizzastücke. Und die findet man im Kühlregal bei der Butter und der Wurst und nicht in den Gefriertruhen der Händler.
Bei ALLEN Produkten, die man für den Verzehr vorbereitet, ist IMMER ein Blick auf das Haltbarkeitsdatum wichtig, und dann folgt die sensorische Prüfung: Riecht es noch gut, sieht es noch gut aus, wie fühlt es sich an?
Es liegt doch auf der Hand, daß man etwas, das schon grünlich geworden ist und schäbig riecht, nicht mehr zubereitet, selbst wenn das Haltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen ist.

Ganz vorsichtig sein sollte man bei kleinteiligen Produkten, wie geriebenem Käse oder Nudeln. Die können in der Packung noch prima aussehen, tatsächlich aber schon jenseits von Gut und Böse sein.

Viel wichtiger in diesem Zusammenhang ist es, noch einmal auf gekühlte Frischwaren, insbesondere unter Schutzatmosphäre verpackter Fleischwaren hinzuweisen.
Hier wird oft von Discountern ein Haltbarkeitsdatum angegeben, das aber nur gilt, wenn die Waren bei +3 Grad C bzw. +4 Grad gekühlt werden. Das ist bedeutend weniger, als die empfohlenen 7-8 Grad des heimischen Kühlschranks.

Quelle: http://www.mittelbayerische.de/panorama-nachrichten/mhd-vorsicht-bei-tiefkuehlkost-21934-art1308142.html

9 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Wie ist das eigentlich bei TK-Lebensmitteln, die konstant unter 18° gehalten werden? In der Schule habe ich vor geraumer Zeit gelernt, dass ab dieser Temperatur sich Bakterien nicht mehr vermehren können, wodurch diese Lebensmittel theoretisch ewig haltbar sind, weil sie nicht verderben können. Dennoch verlieren sie mit der Zeit immer mehr an Geschmack, weil das ewige einfrieren ihnen auch nicht gut tut. Das dürfte das MHD bei TK-Produkten erklären, das ja primär die Geschmacks- und Konsistenzgarantie ausdrückt.

    Stimmt das so? Also theoretisch verderben die Lebensmittel nicht, irgendwann schmecken sie aber halt einfach nicht mehr (so gut), obwohl sie eigentlich nicht verdorben sind.

    Daneben würde mich auch mal der Hintergrund zu dem Warnhinweis interessieren, dass einmal aufgetaute Lebensmittel nicht mehr eingefroren werden sollen. Theoretisch können sich die Bakterien ja nochmals vermehren, solange das Produkt nicht mehr auf -18° gehalten wird. Dennoch müsste die Vermehrung und der Verderbnisprozess ja theoretisch wieder unterbrochen werden, sobald die Lebensmittel wieder unter 18° sind? Oder bezieht sich das auch nur auf den Geschmack? Aus eigener Erfahrung weiß ich zumindest, dass mehrfach eingefrorene Produkte immer schlechter schmecken, was sich ja zu Hause auch durch das langsame eingefrieren mit vermehrter Kristallbildung erklärt.

  2. Wenn das die Bekannte meiner Frau wüsste,die lagert in ihrem Froster auch Kochkäse und Joghurt deren Haltbarkeitsdatum teilweise noch aus DM Zeiten stammt und was das grünlich gewordene und schäbig riechende betrifft,deren Verzehr kann man schadlos überleben wenn man hart im nehmen ist, denn meine Mutter hat Anno Tobak öfter mal Fleisch mit dieser Beschreibung mithilfe von viel Salzwasser und Lagerung über Nacht in dem selbigen unseren Braten gerettet

    • @Georg: Salz hat ja eine desinfizierende und keimtötende Wirkung.
      Manches Fleisch ist auch nur an der Oberfläche „komisch“. Schon oft habe ich beim Öffnen einer Vakuumpackung zuerst schlechten Geruch wahrgenommen. Aber der rührte von dem Flies im Boden der Packung her, wo die Säfte gesammelt werden.
      Wenn ich das Fleisch abgewaschen habe, war es noch tadellos.

      Aber es ist ja ein altbekannter Küchen- (und Metzgers- ???) -trick, Fleisch, das schon einen Tag zu lange abgehangen hat, zu Sauerbraten zu verarbeiten.

      Und hier bei uns wird nach der Regel verfahren: Riechen, Gucken, Fühlen, Schmecken…

      Viele Sachen halten ja bedeutend länger als auf der Packung angegeben. Man muß nicht alles panisch wegwerfen.

  3. …nicht schlecht, Herr Specht! Teilbereich bezogen, verstehst du dein Handwerk.

  4. Wenn die Redaktionen sonst nichts zu vermelden haben… Das sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand, dass man Lebensmittel nicht unbegrenzt tiefkühlen kann. Und ein kurzer check vor dem Verzehr bzw. der Zubereitung sollte auch selbstverständlich sein…

    LG Karin

  5. Hallo, ich kann da Karin zustimmen. Das Lebensmittel nicht unendlich eingefriert und dann noch verzehrt werden können sollte klar sein! Vorher auf jeden Fall checken ob das Gefriergut noch genießbar sind!

    Beste Grüße

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