Wasserwerker, Teppichhändler, Pelzhändler, Stromableser

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Ich muß das mal loswerden.
Wißt Ihr, wie mich das ankotzt, daß derzeit so viele Typen unter falschem Deckmäntelchen bei alten Leuten vorsprechen, um diese dann übers Ohr zu hauen und/oder zu bestehlen?

Ich kann gar nicht sagen, wie oft mir alte Leute von solchen Erlebnissen erzählen. Sei es, daß sie das selbst erlebt haben, sei es, daß sie das von Nachbarn oder Bekannten gehört haben.

Die Tricks ähneln sich alle. Da steht unangekündigt ein Mann (manchmal auch zwei) vor der Tür und weist sich mit irgendeinem Zettel als Mann vom Wasserwerk oder Energieversorger aus.
Vorwiegend bei älteren Mitbürgern tauchen diese Gesellen auf und führen nur eines im Schilde, nämlich die alten Leute zu beklauen.
Sie müßten mal den Wasserdruck oder den Stromzähler überprüfen, geben sie vor; und während einer die alten Leute mit sinnlosen Tätigkeiten wie Wanne-vollaufen-lassen oder das-Rädchen-am-Stromzähler-beobachten beschäftigt, durchsucht der andere die Wohnung nach Wertgegenständen und Bargeld.

Es hat auch schon Fälle gegeben, wo diese Leute handgreiflich geworden sind, kurz nachdem sie in der Wohnung waren.

Etwas anders läuft die Masche mit den Teppichen und Pelzen. Hier haben die Ganoven Anzeigen in der Zeitung aufgegeben, daß sie für Teppiche oder Pelze Höchstpreise zahlen. Viele alte Leute wollen keine Pelze mehr tragen und sind auch die pflegeintensiven Teppiche leid. Da kommt so ein Angebot doch sehr gelegen.
Doch wenn die Leute, die oft als Paar auftreten und sehr redegewandt sind, dann in der Wohnung sind, geht es schnell zur Sache: “Haben Sie eventuell auch Goldschmuck? Da gibt es im Moment besonders viel dafür!”
Auf einmal sind die Pelze und Teppiche nur noch Nebensache. Sie dienten nur als Aufhänger, denn wer Pelze und wertvolle Teppiche hat, der muß wohl auch Geld, Gold, Münzen und Schmuck haben, denken sich die Verbrecher.
Sie nennen dann sehr niedrige Preise, weit unterhalb des Marktwertes, tun aber so, als sei das wahnsinnig viel und als ob die Zeit fürchterlich drängt. “Ich habe jetzt einen Käufer an der Hand, der das alles abnimmt, morgen fliegt der schon wieder nach Saudi-Arabien.”

Wieder anders läuft eine Masche, bei der die Verbrecher sich telefonisch ankündigen. Eine nette Dame ruft an und erzählt was von einer Werbeaktion, einer Sammlung für einen guten Zweck oder behauptet es müsse für das Telefonbuch überprüft werden, ob man noch da wohnt. Auch das alles dient nur dazu, in die Wohnung zu gelangen und dann mit Beute wieder zu verschwinden.

Perfide ist auch der Enkel- bzw. Falschgeldtrick.
Beim Enkeltrick ruft eine jüngere Person bei einer alten Person an und fragt gleich: “Na Oma, weißt Du wer dran ist?”
Und schon rätseln die Alten: “Markus? Bist Du es?”
Und schon weiß der Anrufer, wie der Enkel heißt und gibt nun vor, ganz aufgeregt zu sein und in einen Unfall oder sonst ein Übel verwickelt zu sein. Man bräuchte dringend 2.000 Euro oder so.
Es käme gleich ein guter Bekannter vorbei, das Geld abzuholen.

Natürlich sind weder der Enkel, noch der gute Bekannte echt, denn die Verbrecher nutzen nur die Aufgeregtheit der alten Leute aus, wenn plötzlich jemand am Telefon von Polizei und Unfall spricht.

Besonders gemein ist es aber, wenn sich die Anrufer als Polizei ausgeben! Das ist beim Falschgeldtrick oft der Fall. “Hier spricht die Polizei, Kommissar Soundso, sie haben doch gerade Geld abgehoben, nicht wahr?”
Das bestätigen die alten Leute, denn sie wissen nicht, daß sie in der Bank oder Sparkasse beim Geldabheben beobachtet und dann bis zu ihrer Wohnung verfolgt worden sind.
Die Nummer haben die Verbrecher aus dem Telefonbuch.

“Ja”, heißt es dann weiter, “wir haben von der Bank gerade erfahren, daß heute Morgen ein Gauner eine größere Menge Falschgeld bei denen eingezahlt hat. Wir müssen überprüfen, ob das Geld, was Sie bekommen haben, echt oder falsch ist. Wenn Sie irgendwo damit bezahlen, kommen Sie ins Gefängnis!”

Manchmal holen die Betrüger das Geld persönlich ab und hinterlassen eine wertlose Quittung oder aber die Senioren sind sogar so leichtgläubig, daß sie -um die Ermittlungen nicht zu gefährden- das Geld unter die Fußmatte vor der Wohnungstür legen.

Ich könnte stundenlang weiter Tricks und Methoden aufzählen, wie speziell ältere Menschen übers Ohr gehauen werden.

Was kann man dagegen tun?

Man läßt keine Fremden in die Wohnung.
Man läßt keine Fremden in die Wohnung.
Man läßt keine Fremden in die Wohnung.
Man läßt keine Fremden in die Wohnung.

Das kann man nicht oft genug sagen.

Glauben Sie keinem Ausweis! Überprüfen Sie alles, was die Leute sagen. Rufen Sie bei der Polizei, beim Stromwerk, dem Wasserwerk oder der Bank an und vergewissern Sie sich, daß die Leute echt sind.
Suchen Sie sich dazu die Nummer aus dem Telefonbuch und wählen Sie keinesfalls eine Nummer, die der Fremde Ihnen als Büronummer nennt! Da könnte sich ein Komplize melden!

Beharren Sie darauf, daß ein Bekannter oder Verwandter kommt und dabei ist!

Kommt Ihnen die Sache irgendwie Spanisch vor, rufen Sie lieber die Polizei!

Die Polizisten kommen lieber einmal vergebens, als daß sie zu spät kommen, wenn Sie schon ausgeraubt sind.

Nutzen Sie Vertrauenspersonen, die Sie kennen: Bitten Sie den Briefträger, den Bofrostmann, den Paketboten, den sie wirklich kennen, kurz mit dabei zu bleiben!

Niemanden reinlassen und immer eine Sperrkette vorlegen! Besser noch, sie verfügen über eine Sprechanlage.

Weiter: Bewahren Sie kein Bargeld in größeren Summen zu Hause auf! Lassen Sie Ihr Geld auf der Bank!
Bringen Sie sämtlichen Schmuck und alle wichtigen Dokumente, die Sie nicht ständig benötigen in ein Bankschließfach.!

Wenn Sie Fragen haben, rufen Sie bei der Kriminalpolizei an und lassen sich mit der kriminalpolizeilichen Beratungsstelle verbinden. Diese Leute kommen auch nach Hause und helfen Ihnen Schwachpunkte im Hinblick auf die Wohnungssicherung zu finden und haben weitere wertvolle Ratschläge für Sie!

1 Kommentar » Schreibe einen Kommentar

  1. Da kann ich gern von der Bankseite aus noch etwas beitragen:

    Kein verdammter Gauner wird sich wohl ernsthaft in eine *Bank* reintrauen, um denen eine größere Summe Falschgeld zu verkaufen. Ein Banker, der regelmäßig mit Geld hantiert, kennt das Zeug in der Regel so gut wie du die Ladung deines Bofis. OK, in einem Bündel Geld, besonders den Tageseinnahmen von den Läden oder Außendienstlern, kann immer mal ein falscher Schein sein, den man bei der fixen Handzählung oder mit der Zählmaschine erst mal nicht bemerkt.
    Aber dafür haben wir unsere Automatischen Kassentresore. In einem anderen Beitrag haben wir darüber gesprochen, dass Scanner oder Bildbearbeitungsprogramme bemerken, wenn man damit Geldscheine bearbeiten will – und das können unsere AKTs erst recht, professionell und noch viel feiner und mit mehr Details. Da kriegen wir nichts rein, was der Software nicht passt.
    Alles, was bei der Bank aus dem AKT kommt, ist also auf Echtheit geprüftes Geld.
    Was aus unseren Geldautomaten kommt, ist sogar LZB-geprüft.

    OK, was passiert jetzt, wenn wir feststellen, dass in deinen Tageseinnahmen ein mutmaßlich falscher Fuffi liegt? Naja, der Fuffi ist natürlich weg und ein bisschen von deiner Zeit, in der wir die Polizei rufen, die deine Daten aufnimmt und dich als Zeugen notiert. Das wars dann aber auch schon. Gefängnis? Unfug!

    Auch beim Enkel-Trick sind wir angewiesen worden, die Augen und Ohren offen zu halten. Wenn Oma Kasulke plötzlich was Ungewöhnliches abholt, sollen wir durchaus mal versuchen, sie ein bisschen zum Schwatzen zu bringen, was sie denn damit möchte, um ggf. eingreifen zu können.

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