Weihnachten ist endlich vorbei

Puh, das war ein Endspurt vor Weihnachten. Aber hallo!
Ich habe ja schon oft darüber geschrieben, daß die großen Feste im Jahresturnus immer Hochbetrieb bei Bofrost bedeuten. Das war in diesem Jahr nicht anders.
Nach Weihnachten sind die meisten Bofrostmänner und -frauen einfach nur platt.

Ich habe bis 11. Januar Urlaub. Mache ich fast jedes Jahr so.
Warum?
Na, weil ich ausgepumpt bin. Die Hetze vor Weihnachten hat viel Kraft gekostet. Außerdem sind die Leute satt. Bei den allermeisten Leuten sind die Festtage auch mit gutem Essen und reichlichem Essen verbunden. Da steht man als Bofrostmann mit Lebensmitteln dann satten Leuten gegenüber, die nichts mehr von Essen hören wollen.
In ein bis zwei Wochen sieht das wieder anders aus.

Ich habe die Erfahrung gemacht, daß ab Mitte Januar die Vorräte wieder aufgefüllt werden.

Und? Ich freu mich schon drauf!
So schön das ist, daheim mit der Familie zu sein, so unruhig bin ich auch, wenn ich nicht arbeite. Irgendwie steckt es in mir drin.
Zu Weihnachten habe ich eine Blindnietzange bekommen. Jetzt ist im Haus alles angenietet, was man nieten kann. Und jetzt?

Ich überlege, ob ich die Zange bei Ebay weiterverkaufe.

Im übrigen: Ich habe niemals in meinem Leben auch nur im Entferntesten den Wunsch geäußert, eine Blindnietzange zu besitzen. Mir hat so etwas auch nie gefehlt. Aber trotzdem ist mein Sohn auf die Idee gekommen, mir eine zu schenken. Und er war schon an Heiligabend ganz ungeduldig, wann ich endlich mit dem Nieten anfange.
Deti und Putzi waren da. Nun, ich hätte Putzi ja ihren Mund zunieten können, das wäre was gewesen.

„Wie, Ihr habt einen Baum? Der arme Baum! Der hätte auch viel lieber im Wald gestanden und wäre in 100 Jahren zu einer mächtigen Tanne herangewachsen“, hatte Putzi getönt.

„Putzi“, habe ich gesagt: „Das ist ein künstlicher Baum. Für den mußte nichts gefällt werden.“

„Der sieht aber echt aus. Woraus besteht der denn?“

„Die Äste sind wohl aus grünem Draht und die Nadeln sind aus grün eingefärbtem Papier.“

Deti meinte: „Der sieht aber wirklich verblüffend echt aus.“

Putzi überlegte eine Weile, dann leuchteten ihre Augen auf und sie krähte: „Ha! Aus Papier? So, so, so! Um dieses Papier herzustellen, mußte aber auch ein Baum gefällt werden. Papier hat eine ganz schreckliche Öko-Bilanz.“

„Ja, Putzi“, sagte ich, „aber diesen Baum habe ich 1998 gekauft, er tut also schon seit 18 Jahren Dienst bei uns. Da ist ein einziges Mal ein Stück von einem Baum zu Papier verarbeitet worden. Bei einem echten Baum wäre ja jedes Jahr einer gefällt worden. Wir haben also quasi 17 Jahre lang Bäume geschont.“

Sie nervte noch eine Weile herum und stieß in unregelmäßigen Abständen die Worte „Ökobilanz“, „Umwelt“ und „Frevel“ aus.

Dann war endlich Ruhe, es gab was zu essen.

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