Josef H. Boquoi – Der Patriarch

Ich hab jetzt gelesen, dass euer Chef zurückgetreten ist und ihr einen neuen habt. Was ist denn da passiert? Ist boFrost jetzt eine andere Unternehmen? Siehe in Internet hier:

Nö, da ändert sich nix. Und dennoch ändert sich vieles.
So einfach ist das!

Josef H. Boquoi hat das Unternehmen 1966 bereits gegründet und wurde 1934 geboren. Selbständig ist er seit 1957.
Das allein sagt doch schon alles, oder?
Herr Boquoi ist also weit über das normale Rentenalter hinaus immer noch hoch aktiv gewesen, wie man so hört. Doch ewig kann man das nicht weiter machen, niemand bleibt auch für immer hier. Da ist es klug, wenn man sich zur rechten Zeit darauf besinnt, daß man auch ein Privatleben hat und dafür sorgt, das fähige Menschen die Nachfolge antreten. Das Schöne an Bofrost ist ja, daß das ein Familienunternehmen ist und nicht irgendwelchen ausländischen Investoren gehört, wo sich dann bei näherer Untersuchung herausstellt, daß da auch bloß wieder Nestlé dahinter steckt. Von der Wiege bis ins Kästle, alles Nestlé, sagt man so. Und im Falle Bofrost trifft das eben nicht zu. Da soll alles in der Hand einer Familie bleiben, damit die Tradition gewahrt bleibt.

Aber Tradition hin, Tradition her, sie wird bewahrt bleiben, denke ich, doch jüngere Leute, andere Leute, das sind auch immer Leute, die für jüngere und andere Ideen stehen. Wir Verkaufsfahrer merken schon seit Jahren, daß da ein frischerer Wind weht, vieles ist ganz eindeutig besser geworden, manches ist gewöhnungsbedürftig, aber unterm Strich habe ich den Eindruck, daß sich Bofrost für die Zukunft rüstet.

Da gönnen wir dem Chef doch seinen Ruhestand und drücken seinem Sohn und Stiefsohn unsere beiden eiskalten Daumen, daß es weiter voran geht.

Aber wie das immer so ist, wenn ein Patriarch sich zurück zieht, so ganz sind die nie weg. Ich weiß das natürlich nicht, aber ich habe so den Eindruck, daß wenn man so ein weltweit führendes Unternehmen aufgebaut hat, das Herz so am Unternehmen hängt, daß man nie so ganz loslassen kann. So aus meiner Verwandtschaft weiß ich, daß es auch nicht gut ist, wenn man es gewöhnt ist, immer aktiv und in der Verantwortung zu sein, seine Hände nun in den Schoß zu legen.
Ein bißchen ist die Arbeit auch ein Lebenselexier.

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Eiskalte Daumen drücken? Das erinnert jetzt aber sehr an die Addams Family und das eiskalte Händchen. 🙂

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